So lässt sich Bewegung in den Kinderalltag integrieren

Weshalb Bewegung so wichtig ist

Dass es sich positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirkt, wenn er in Bewegung bleibt, ist kein Geheimnis. Schließlich unterstützen kräftige Muskeln die Gelenke, Knochen und die Wirbelsäule. Außerdem regt Sport den Stoffwechsel und die Durchblutung an und hilft somit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Generell wird durch Bewegung die Widerstandskraft des Körpers gestärkt. Der Mensch ist weniger krankheitsanfällig, dafür jedoch besser gelaunt: Sport hebt nachweislich die Stimmung.

Was viele nicht wissen: Darüber hinaus übt sich Bewegung auch positiv auf die kognitiven Fähigkeiten aus. Sport hat demzufolge auch einen bedeutenden Anteil am Schulerfolg eines Kindes. Für die sitzende Gesellschaft, die wir spätestens mit Eintritt ins Schulalter bilden, kann der fortschreitende Bewegungsmangel also nichts Gutes bedeuten.

Bewegung in den Alltag bringen
Bewegung in den Kinderalltag integrieren

4 Ideen für mehr Bewegung im Alltag

Mindestens 90 Minuten am Tag sollte sich ein Kind im Schnitt bewegen. 30 Minuten davon sollte es ins Schwitzen kommen. Lassen sich solche Empfehlungen überhaupt umsetzen?

Wie sich Bewegung auch heutzutage noch in den Alltag integrieren lässt:

1. Zu Fuß zur Schule gehen oder Rad fahren

Was früher selbstverständlich war, scheint heute für viele ein Ding der Unmöglichkeit zu sein: auf das Auto verzichten. Dabei fördert es die Konzentration, morgens mittels Bewegung erst einmal Sauerstoff zu tanken, bevor sich das Kind in den Klassenraum begibt. Außerdem trifft es auf dem Weg zur Schule zumeist andere Kinder, was wiederum die Stimmung hebt.

Wenn das Kind der Witterung entsprechend gekleidet ist, machen auch Regen oder Schnee dem Gang zur Schule keinen Strich durch die Rechnung. Bequemes Schuhwerk fördert zudem die Lust am Laufen. Das wissen auch Eltern, die ihren noch jungen Nachwuchs zur Schule begleiten, zeigen sich doch im Erwachsenenalter beim ein oder anderen schon Fußprobleme. Schmerzende Füße aber führen schnell zu einer ausgeprägten Unlust am Laufen. Dann ist natürlich Schonung angesagt, denn so heilt der Fuß meist von alleine.

2. Outdoor-Aktivitäten

Spaziergänge sind öde, Fahrradtouren dauern zu lange und Wanderungen machen keinen Spaß? Wenn es um Familienaktivitäten geht, könnten meine Kinder kaum skeptischer sein. Daher liegt die Kunst der Planung gemeinsamer Unternehmungen eindeutig darin, die Kinder bei der Stange zu halten: Wanderungen also möglichst nur durch felsiges Areal mit Option zu klettern, Radtouren müssen ein unterhaltsames Ziel haben (Badesee, Tierpark, Freunde etc.) und Spaziergänge – nun ja, die sind gestrichen.

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Klassische Spiele wie Federball, Tischtennis, Boule oder Wikinger Schach eignen sich natürlich auch, um die ganze Familie in Bewegung zu bringen.

Eltern könnten auch mit ihren Kindern gemeinsam neue Spiele oder Sportarten ausprobieren, zum Beispiel in die Kletterhalle zum Bouldern gehen, Snowboarden/Longboarden oder Skifahren lernen.

3. Den richtigen Sport finden

Viele Kinder orientieren sich an ihren Eltern und verfolgen daher auch die gleichen Sportarten wie sie. Das bringt den Vorteil mit sich, dass die Familie gemeinsam aktiv wird.

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Andere Kinder müssen erst einen Zugang zu einem bestimmten Sport finden. Wenn sie noch klein sind, bieten sich wenig Technik-lastige Sportarten an (Fußball, Kindertanz, Turnen), damit sich schnell Erfolgserlebnisse einstellen.

Es gibt jedoch auch Kinder, die nicht auf Sport anspringen, weil dieser von einem Trainer/einer Trainerin angeleitet wird, Diszipiln erfordert, Leistungen bewertet und/oder Wettkämpfe durchgeführt werden. Diesen Kindern würde man mit klassischem Sport lediglich die Freude an der Bewegung nehmen. Vielleicht kann man sie mit Outdoor-Aktivitäten locken, wie sie von den Pfadfindern initiiert werden: In den Wald gehen und Wildkräuter sammeln, Tierspuren lesen oder Behausungen aus Ästen bauen. Ggf. werden solche Unternehmungen auch von der Kita oder dem Schulhort angeboten.

Kinder sollten vor allem ermutigt werden und sich eingeladen fühlen, sich regelmäßig zu bewegen, Sport zu treiben und sich auszuprobieren. Dabei ist entscheidend, dass sie Spaß an Bewegung haben. Was man gerne macht, tut man einfach häufiger.

In-Form

4. Mit gutem Vorbild vorangehen

Kinder verfügen noch über einen natürlichen Drang, sich zu bewegen. Statt geruhsam zu gehen, rennen sie viel lieber, sie klettern, hüpfen, tanzen, bolzen. Während sie zum Beispiel auf dem Spielplatz herumtoben, sitzen ihre erwachsenen Begleiter in der Regel nur herum und schauen zu. Diese Passivität färbt ab. Das Kind lernt am Vorbild, dass es für Erwachsene offenbar unüblich ist, sich zu bewegen. Früher oder später wird es diese Gewohnheit übernehmen.

Dabei muss man gar keine Sportskanone sein, um mit gutem Vorbild voranzugehen: Warum nicht einfach auch mal die Rutsche herunterrutschen oder mit Verstecken spielen? Es mag Überwindung kosten, sorgt jedoch meist für lustige Momente, die Erinnerung bleiben!

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