Kinder sind unsere Zukunft

Blogparade no. 1/2015: Das Interview – mit dir!

Vielleicht habt ihr euch diese Frage schon während der Schwangerschaft gestellt, vielleicht auch erst später, vor der Einschulung zum Beispiel:

dein-weg-rumi

(c) Daniel Weinand

Welche Zukunft wünsche ich meinem Kind?

Wir sind „die Großen“, haben das Gröbste hinter uns, sind hineingewachsen in eine vielfältige Gesellschaft. Unser Leben hat bereits einen festen Rahmen. Klar, man soll nicht planen, denn es kommt eh alles anders. Aber irgendwie können wir uns schon denken, wie’s weitergeht, wenn nichts dazwischenkommt…

Nichtsdestotrotz leben wir in einer wechselhaften Zeit. Alles scheint ein wenig zu wanken. Die viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich klappt immer weiter auseinander. Ein Krieg hat Europa erreicht. Abstrakte Finanzmärkte bestimmen unser Leben mehr als uns lieb sein kann. Auch spürt man mittlerweile religiöse und rassistische Spannungen ganz real.

Manchmal habe ich das Gefühl, wir stehen kurz vor einem Umbruch. Dann wieder denke ich, es war schon immer so und wird wohl auch ewig so weitergehen. Doch wie wäre es eigentlich am besten – für unsere Kinder? In was für einer Welt sollen sie einmal leben?


Die Rahmenbedingungen der Blogparade

Meine erste Blogparade in diesem Jahr ist gar keine richtige Blogparade, sondern ein Interview – mit dir! Anstatt nur eine Frage enthält mein Interview naturgemäß mehrere. Allesamt beziehen sie sich auf „Kinder sind unsere Zukunft“.

Quelle: Fotolia

Quelle: Fotolia

Auf welche Art und Weise ihr die Fragen beantwortet, überlasse ich euch. Ob ihr euren Text nach dem Frage-Antwort-Prinzip eines typischen Interviews verfasst oder doch lieber einen in sich geschlossenen Artikel schreibt? –Geschmackssache. Natürlich müsst ihr auch nicht jede einzelne Frage beantworten, da sie doch recht… existentiell sind.
Vielleicht fallen euch auch andere Fragen zum Thema „Kinder sind unsere Zukunft“ ein.

Hier sind meine Interview-Fragen:
  • Welche Zukunft wünsche ich meinem Kind?
  • Wonach lohnt es sich, zu streben?
  • Was ist Glück?
  • In welcher Gesellschaft soll mein Kind einmal leben?
  • Gibt es einen Rat, den ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte?

Mein Resümee & das eBook

Download: Kinder sind unsere Zukunft – eBook im docx-Format

Download: Kinder sind unsere Zukunft – eBook im epub-Format (kompatibel mit diversen ebook-Readern)

An dieser Stelle muss ich einfach mal für den ebook-Manager „Calibre“ werdeb, denn mit ihm habe ich mein Word-Dokument ganz einfach ins epub-Format umgewandelt – kostenlos! Danke für diese tolle Software!


Huiuiui, die Beteiligung ist höher ausgefallen als ich dachte! Mir schwirrt der Kopf vor so vielen Ideen, Gedanken und Eindrücken, die eure Texte vermittelt haben. Trotzdem sind sich eure Beiträge gar nicht so unähnlich. Liegt vielleicht daran, dass wir alle aus demselben Kulturkreis stammen, Eltern sind und letztlich auch nur Menschen.

Wir brauchen keine Ratgeber, wie ich festgestellt habe. Wir kennen den Weg zum Glück bereits. Was wir brauchen, ist lediglich ein wenig Zeit, um in uns selbst hineinzuhorchen – und ein Blog, um unseren Gedanken Raum zu geben 😉

Hier sind noch einmal meine Fragen und die am häufigsten genannten Antworten*:

1. Welche Zukunft wünsche ich meinem Kind?
  • (Welt-)Frieden
  • Freiheit (äußere & innere)
  • gute Freunde
  • Glück, Mut, Leidenschaft und Liebe
  • Gesundheit

Ihr habt selbstverständlich noch sehr viel mehr niedergeschrieben. Generell lässt sich wohl am treffendsten zusammenfassen, dass ihr euren Kindern ein erfülltes Leben wünscht.

2. Wonach lohnt es sich zu streben?

Nach:

  • Glück
  • Zufriedenheit/Ausgeglichenheit/innerem Frieden/Authentizität
  • (Welt-)Offenheit
  • rücksichtsvollem Miteinander

Hier war wohl der erste Impuls, die Frage mit „mein Kind soll glücklich sein“ zu beantworten. Doch um glücklich zu sein, bedarf es sich selbst anzunehmen und „ganz einfach“ mit sich zufrieden zu sein.

3. Was ist Glück?
  • Liebe
  • Zufriedenheit, Freude
  • Gesundheit
  • Kinder/Familie
  • Das Glück in den kleinen Dingen zu erkennen/den Moment genießen

Glück ist zumeist das, wonach wir streben. Deshalb doppeln sich die Antworten der Fragen 2 und 3 etwas. Einziger Unterschied: Familie/Kinder und Gesundheit wurden unter den erstrebenswerten Zielen nicht genannt. Vielleicht, weil wir auf diese beiden Glücklichmacher zu wenig Einfluss haben.

4. In welcher Gesellschaft soll mein Kind einmal leben?

In einer:

  • Toleranten und offenen
  • Fairen und familienfreundlichen
  • Rücksichtsvollen und sozialen

Gesellschaft.

Insider Dad Andreas hat wirklich wunderbar formuliert, worauf es in einer erstrebenswerten Gesellschaft ankommt. Deshalb möchte ich ihn an dieser Stelle zitieren:

Oh, in einer bunten, in einer offenen und in einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft, die nicht zuletzt auch eine solidarische Gemeinschaft ist. In einer Gesellschaft, in der sich die Menschen auf die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen besinnen und lernen, alle Unterschiede als gegenseitige Bereicherung wahrzunehmen!

Was bleibt mir da noch zu sagen?

Meine Antworten auf die o.g. 4 Fragen fallen ganz ähnlich aus wie eure. Insofern kann ich euch nur zustimmen. Eine Erkenntnis habe ich allerdings gewonnen:

Die Gedanken eines jeden von uns kreisen um andere Probleme und Sorgen. Das, was wir schon haben oder mit Leichtigkeit bewältigen, erscheint uns selbstverständlich. Wenn man gesund ist, denkt man nicht ans Kranksein und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten, Kummer und Sorgen. Erst wenn man erkrankt, wird einem bewusst, wie schön es doch ist, gesund zu sein.

Umgedreht aber verhält es sich genauso: Meine Gedanken zum Beispiel kreisten lange Zeit fast ausschließlich um Geld und Arbeit – weil ich stets in unbefriedigenden Arbeitsverhältnissen steckte und wenig Geld hatte. Insofern war und ist mein größter Zukunftswunsch an meine Kinder, ein glücklicheres Händchen bei der Jobwahl zu haben als ich. Mehr eigentlich nicht. So, als sei es ganz natürlich, die Liebe seines Lebens zu finden, mit sich selbst im Einklang zu sein und gesunde Kinder zu haben. Letzteres habe ich völlig in den Hintergrund gedrängt.

Aber was man hat… jajaaa, ihr wisst das. Man muss es nur zu schätzen wissen – und glücklich sein.

Zu guter Letzt noch ein paar Anregungen und Ratschläge aus eurer Feder:

“Humor ist der Regenschirm der Weisen” Erich Kästner (1899-1974)

„Man sieht nur mit dem Herzen gut,

das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupéry

“And you can tell everybody this is your song

It may be quite simple, but now that it’s done

I hope you don’t mind, I hope you don’t mind that I put down in words

How wonderful life is while you’re in the world…”

  • Lebe nach Kants kategorischem Imperativ, handele nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
  • “Egal wie kitschig es klingt: Höre auf Dein Herz. Nur Du weißt, was Dir gut tut.”
  • “Zwinge dich nur zu den wirklich notwendigen Dingen – bei allen anderen wäge sorgfältig ab.”
  • “Deine Familie ist dein Zuhause, egal wo du bist. Hier kannst du ganz du selbst sein und wirst immer geliebt, auch wenn du gerade etwas total verbockt hast. Komm nach Hause und erwarte neben einem Heißgetränk Verständnis und eine dicke Umarmung.”
  • “Die meisten schlimmen Dinge sehen zwei Tage später nur noch halb so schlimm aus. Spätestens zwei Monate später. Oder zwei Jahre. Je nachdem, wie schlimm sie sind. Aber nichts Schlimmes bleibt ewig.”
  • “Solltest du einmal Kinder haben: Begleite sie nur auf ihrem Weg aber zerre nicht an ihnen, putze wenn nötig, lache viel mit ihnen, entschuldige dich wenn nötig, belüge sie nicht, höre ihnen zu und bringe ihnen um Himmels Willen bei, Dich ausreden zu lassen*.”

*und wenn Du das geschafft hast, dann erkläre wie!

„Everywhere I go, damn, there I am“

  • Deshalb ist der einzige Rat, den ich ihr an dieser Stelle geben kann, der, dass sie immer, wenn sie einen Rat braucht, zu mir kommen kann.
  • Ratschläge sind auch Schläge heißt es ja so schön. Letztlich kommen die Kinder nicht darum herum, eigene Erfahrungen zu sammeln. Für ein gutes Fundament kann ich sorgen, fliegen müssen sie selbst.
  • Lerne das Richtige, was auch immer das für dich sein wird.
  • LEBT! Nehmt alles mit was geht und passt gleichzeitig auf euch auf! Und bis ihr das beides selber in die Hand nehmen könnt, werde ich mein Bestes geben dies für euch zu tun!

„Ich wünsche dich beständig und fest gegründet. Ich wünsche dich treu. Denn Treue ist vor allem, Treue zu sich selbst.“

Antoine de Saint-Exupéry


*die Aufzählung habe ich willkürlich vorgenommen – eine Abstufung der Stichpunkte stand mir nicht im Sinn.