Verreisen: Das besondere an Brandenburg ist…

…dass es unbekannt ist

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Ohne Frage: Brandenburg ist wunderschön.

 

Es gibt Themen, die mir besonders am Herzen liegen. So wollte ich längst einen Artikel über Brandenburg schreiben. Schließlich gehört es zu den unbekanntesten Bundesländern Deutschlands (noch unbekannter sind nur noch das Saarland und Sachsen-Anhalt). Das hat zumindest eine Umfrage ergeben. Deshalb hat Brandenburg unlängst eine Image-Kampagne initiiert, die das Bundesland mehr in das Bewusstsein der Deutschen rücken soll. Oder soll es die Brandenburger in ihrem Selbstwert stärken? Mittlerweile bin ich mir überhaupt nicht mehr sicher, was Sinn und Zweck einer Imagekampagne für ein Bundesland sein soll.

Brandenburg. Es kann so einfach sein. (neuer Slogan des Bundeslandes)

Ich nehme an, dass die meisten (Tages-)Touristen, die Ausflüge in Brandenburg unternehmen, selbst Brandenburger sind oder aus Berlin kommen. Denen muss man mit Sicherheit nichts von der Existenz und den Vorzügen Brandenburgs erzählen. Im Gegenteil, sie kommen gerade deshalb, weil Brandenburg viel Grün verspricht und dabei nicht so überlaufen ist.

Als ich noch in Berlin wohnte, sind wir im Winter immer rausgefahren in den Spreewald, um dort in der Spreewaldtherme zu entspannen. Damals war die Therme noch weitgehend unbekannt und deshalb wenig besucht. Das änderte sich, als das Berliner Stadtmagazin Zitty und kurz darauf der Tagesspiegel über die Therme berichteten. Viele weitere Zeitungen, Blogs und Magazine schlossen sich an. Was folgte, war das Unvermeidliche:

Ist es so schlecht, der weiße Fleck auf der Landkarte zu sein?

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Aber das muss ja nicht jeder erfahren. Oder? 😉

 

Wir fanden kaum noch einen Parkplatz vor der Therme, an der Kasse mussten wir eine halbe Stunde anstehen und natürlich waren die Plätze in der Saunalandschaft immer belegt. (Es war also genau so, wie wir es aus Berliner Bädern kannten…) Zu allem Überfluss mussten wir auch noch frühzeitig buchen, um überhaupt noch ein Zimmer in unserem Lieblingshotel zu ergattern. Sowohl Hoteliers als auch Thermenbetreibern gönne ich den anhaltenden Boom. Sie haben da etwas wirklich Geniales auf die Beine gestellt – ganz ohne teure Imagekampagne.

Nichtsdestotrotz sind wir seither nur noch selten in den Spreewald gefahren. Sobald sich Geheimtipps in Touristen-Hotspots verwandeln, verlieren sie etwas von ihren einstigen Vorzügen. (Natürlich noch weit entfernt von echten Magneten wie dem Ruby Fortune online casino in Las Vegas.)

Brandenburg steckt aber immer noch voller weißer Flecken, die nur wenigen Ausflüglern bekannt sind. Manchmal frage ich mich, ob es so sinnvoll ist, sie der Allgemeinheit preiszugeben. Die Brandenburger brüsten sich immerhin damit, in Ruhe und Abgeschiedenheit zu leben und bevorzugen diesen Lebensstil ganz klar vor dem urbanen im nahegelegenen Berlin.

Andererseits kann der Tourismus förderlich sein in Regionen ohne Industrie und sonstige Wirtschaftszweige. Inzwischen wohne ich nicht weit entfernt von einem der beliebtesten Ausflugsziele unserer Region, dem Spargelhof Klaistow. Ich nehme an, dass der Hof ziemlich hohe Gewinne einfährt und der angrenzenden Gemeinde dadurch eine satte Gewerbesteuer zahlt. Jobs werden allerdings nur im Niedriglohnsektor geschaffen: Gastgewerbe, Verkauf, Landwirtschaft – zumeist besetzt durch polnische Saisonkräfte. Der Brandenburger hat demnach nicht allzu viel davon, oder?

Ich bin immer noch im Zwiespalt. Deshalb kann ich mich einfach nicht dazu durchringen, dir meine Lieblingsausflugsziele in Brandenburg zu nennen. Das soll jetzt trotzdem niemanden davon abhalten, nach Brandenburg zu reisen 😉 Noch ist es hier ruhig und beschaulich, also definitiv einen Urlaub wert!

LG Anne!!!



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