Steinig: Der Weg zum Wohneigentum

Teil 4 der Serie: „Aus der Traum: das Haus wird real“ – meine Erfahrungen Hauskauf/Hausbau

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Von der Stadt…

Die Themen Hausbau und –kauf beschäftigen mich, seitdem ich mich in meiner Mietwohnung nicht mehr wohlfühle. Ein Umzug in eine andere Wohnung könnte sicherlich Abhilfe schaffen, doch meine Familie und ich haben uns für einen umfangreicheren Tapetenwechsel entschieden, nämlich für den Kauf eines Einfamilienhauses.

Meine Gründe für den Hauskauf habe ich in einem gesonderten Artikel verbloggt>>, der sich hilfreich für all jene erweisen wird, die noch Zweifel haben, ob ein Haus wirklich eine so gute Idee ist.

Raus aus der Stadt, rein in den Speckgürtel!

Eines vorab: Noch sitzen wir nicht in den eigenen vier Wänden. Doch die Finanzierungzusage haben wir schon steht und das Häuschen ist bald fertig sein. Wir befinden uns sozusagen kurz vor der Ziellinie. Um erst einmal dort hinzugelangen, war es jedoch ein langer und Kräfte zehrender Weg.

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Zwei Bürohengste vertiefen sich ins Häuslebauen

Bis wir uns letztlich für das Haus entschieden haben, in das wir bald einziehen werden (YESSS!), haben wir viel recherchiert. Denn eigentlich wollten wir ein Haus bauen lassen, am besten eines, das bereits mit Grundstück angeboten wird.

Ansonsten hätten wir uns zusätzlich zur Baufirma noch um ein Grundstück finden müssen. In Zeiten wie diesen ist das aber gar nicht mehr so einfach. Schließlich wollen viele bauen: Langsam werden die Grundstücke knapp – oder zu teuer.

Die Baufirmen wissen das natürlich ganz genau und kaufen eigenmächtig begehrte Grundstücke auf. Potentielle Kunden finden’s praktisch. Wer allerdings ausschließlich nach einem Grundstück Ausschau hält, sich die Wahl des Bauunternehmens jedoch noch vorbehalten will, ist im Nachteil. Schließlich verpflichtet man sich mit dem Kauf des Grundstücks auch dazu, ein Haus mit dem Verkäufer (der Baufirma) zu realisieren.

Wir sind absolute Hausbau-Laien. Deshalb fingen wir bei Null an. Erst einmal schauten wir uns diverse Musterhäuser an. Danach besuchten wir die Verkaufsbüros der Baufirmen Bien Zenker, Heinz von Heiden, Town & Country und Brale.

Viel schneller & einfacher hakt man die Suche nach der passenden Baufirma ab, wenn man eine Messe besucht, auf der sich die einzelnen Baufirmen vorstellen. Weil die Nachfrage so groß ist, finden diese Messen mehrmals im Jahr statt. Je nach Bundesland heißen sie anders. In Berlin & Brandenburg nennt sie sich „Das eigene Haus“. Vertreten sind nicht nur Bauunternehmen, sondern auch viele Banken. Hausbau und Finanzierung gehen bekanntlich Hand in Hand…

Wir jedenfalls haben uns die Mühe gemacht, unsere favorisierten Baufirmen in ihren Vertriebsbüros aufzusuchen und waren beeindruckt von deren Professionalität. Wie unsere Gespräche verlaufen sind und welche Erfahrungen genau wir mit diesen Baufirmen gesammelt haben, erfahrt ihr hier>>

Letztlich entschieden wir uns für die Brale GmbH, gebaut haben wir allerdings nicht mit diesem Unternehmen, denn: Unsere Finanzierungsanfrage wurde zunächst abgelehnt.

Der Kaufvertrag erweist sich im Nachhinein als tückisch

Brale kam uns bis dato von allen Firmen am entgegenkommendsten und seriösesten vor. Und die Hauspreise der ostdeutschen Baufirma sind einfach unschlagbar! Im Nachhinein wurden wir aber doch übers Ohr gehauen. Wir konnten zwar ohne Einwände von unserem Kaufvertrag zurücktreten, mussten jedoch 2000 Euro an Bearbeitungsgebühren für den KfW-Antrag bezahlen.

Diese Bearbeitungsgebühr, die ein Energieberater entgegennimmt, beträgt eigentlich nicht einmal 200 Euro. Der Energieberater wiederum bestätigt damit der KfW-Bank, dass es sich um ein energieeffizientes Haus handelt.

Nun denn, diese 2000 Euro waren jedoch vertraglich festgelegt. Insofern gab es daran auch nichts zu Rütteln. Geärgert haben wir uns natürlich trotzdem. Doch wir haben aus unserem Fehler gelernt: Einen Kaufvertrag unterschreiben wir niemals wieder, bevor wir den endgültigen Bescheid der Bank darüber haben, dass sie den Kauf finanziert! (Wir haben uns dazu leider vom Vertriebler drängen lassen, der stets mit dem einwandfreien Rücktrittsrecht argumentierte.)

Beim zweiten Anlauf wollen wir ein fertiges Haus kaufen

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…aufs Land!

Ein Jahr später war es um unsere finanzielle Situation besser bestellt und wir taten einen neuen Anlauf. Da wir diesmal so schnell wie möglich aus unserer Wohnung rauswollten, kam kein Hausbau mehr in Frage. Wir wollten lieber gleich ein fertiges Haus kaufen.

Gebrauchte Häuser haben überdies den Vorteil, dass sie schon über Vieles verfügen, das bei Neubauten noch teuer hinzugekauft oder –gebaut werden muss: Carports bzw. Garagen sind i.d.R. ebenso vorhanden wie ein Gartenschuppen (oft sogar inklusive Gartengeräten). Auch der Garten selbst muss nicht erst kostspielig und überdies zeitintensiv angelegt werden.

Die Nachfrage ist zu groß: Es gibt keine günstigen Häuser mehr!

Doch was mussten wir feststellen?: Es war schier unmöglich geworden, ein anständiges Haus in einer angemessenen Preislage zu finden! Die Zinsen waren und sind gerade so günstig, dass alle Welt in Häuser investiert. Auch über diese frustrierende Situation habe ich berichtet>>

Von einem Makler erhielt ich den Tipp, doch mal bei eBay Kleinanzeigen reinzuschauen. Bislang hatte ich ausschließlich auf den Webseiten von Maklerbüros und einschlägiger Immobilienplattformen nach Häusern gesucht. Kleinanzeigen hielt ich beim Thema Hauskauf für nicht richtig vertrauenswürdig. Schließlich war bei den wenigsten Angeboten ein Makler zwischengeschaltet. Die Häuser wurden privat verkauft.

Warum ich mich für einen lokalen Bauunternehmer entschieden habe und welche Nachteile das mit sich brachte

Tatsächlich sprang mir unser zukünftiges Haus auf eBay Kleinanzeigen ins Auge (ich weiß, es hört sich an wie Schleichwerbung, aber ich nenne die Dinge halt gern beim Namen). Den Preis fand ich zwar unverschämt hoch für diese Gegend (eine dreiviertel Stunde mit dem Auto von Berlin entfernt würde ich nicht mehr „Speckgürtel“ nennen…), aber die Angebote hielten sich auch auf dem Anzeigen-Portal in Grenzen.

Außerdem handelte es sich um ein Haus, das noch nicht ganz fertig war. Renovierungsbedürftig war es somit nicht. Im Gegenteil, bis aufs Malern brauchen wir keinen Finger krumm zu machen. Da mein Mann und ich zwei linke Hände haben, kommt uns das sehr entgegen. 😉

Zudem gefällt uns das Haus architektonisch sehr gut. Es verfügt über eine optimale Zimmeraufteilung und Größe. Dazu ist es ein Energiesparhaus. Das voll erschlossene Grundstück ist natürlich inklusive. So viel zu den Vorteilen unseres Objekts…

Die Nachteile liegen eindeutig darin, dass wir es von einem recht verkaufsunerfahrenen Bauunternehmer/Bauarbeiter kaufen, der weder über einen Kaufvertragsentwurf noch vollständige Verkaufsunterlagen verfügte. Weil er darüber hinaus scheinbar Tag & Nacht auf der Baustelle arbeitet, ist er auch nur schwer zu erreichen. Auf Telefonanrufe reagiert er in den seltensten Fällen. eMails beantwortet er gefühlt einmal pro Woche. Der Mann ist ein wirklich fähiger Handwerker, der Rest interessiert ihn leider wenig.

Machen wir uns einfach zu viele Sorgen?

Diese Situation zog sich also über Monate hin. Monate, in denen wir nicht so recht wussten, ob es noch andere Interessenten für das Haus gibt oder ob der Bauherr es wirklich für uns reserviert hatte. Monate, in denen wir von unserer Bankberaterin regelmäßig auf fehlende Unterlagen hingewiesen wurden, die der Bauträger jedoch nicht herausrücken wollte.

Puh, ich bin selbst erstaunt, was da an psychischen Strapazen zusammengekommen ist. Man will sich angesichts seiner luxuriösen Situation ja nicht beklagen, aber irgendwie hat das geschlaucht. Ich wäre am liebsten mehrfach von unserer Kaufabsicht zurückgetreten, aber mein Mann zeigte sich resistent gegen meine Alternativvorschläge.

All das hat mich vorsichtig gemacht: Die Finanzierung wurde zwar bestätigt, so richtig traue ich unserem Glück aber nicht. Wer weiß, was der Bankgutachter sagt und was noch alles bei der Bauabnahme schiefläuft, oje!

So viel erst einmal zu meinen bisherigen Erfahrungen mit den Themen Hauskauf & Hausbau.

LG Anne!!!

(Jetzt, wo wir den gesamten Kaufprozess durchgestanden haben, bin ich mir sicher: Wir haben uns „damals“ zu viele Sorgen gemacht. Dadurch, dass die Kommunikation mit dem Bauträger so schleppend verlief, haben wir nur Negatives mit seinem Schweigen assoziiert. Letztlich war er wohl einfach nur zu beschäftigt – mit dem Bau des Hauses.)


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