Guten Gewissens konsumieren: eine Unmöglichkeit?

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Kürzlich saßen mein Mann und ich mit Freunden zusammen. Auf dem Tisch stand noch eine Packung Bio-Milch vom Vesper. Ebenjene Milch wurde dann auch plötzlich zum Gesprächsstoff: Weshalb wir denn Bio-Produkte kaufen, wollten unsere Freunde von uns wissen. Ob wir uns davon versprächen, etwas Besseres einzukaufen? Was „Bio“ denn überhaupt bedeute – ob wir es definieren könnten und so weiter.

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Angesichts der Hiobsbotschaften über die Produktionsbedingungen in Schwellenländern möchte man sich manchmal einfach nur ins eigene Nest zurückziehen…

 

Bio bringt nichts? -Das können nur Ignoranten glauben!

Wir fühlten uns einigermaßen vor den Kopf gestoßen, glaubten wir doch bis dato, dass wir mit unseren Bio-Einkäufen ethisch korrekt handeln würden. Nach dem Gespräch beschlich uns allerdings die Sorge, einer Lüge aufgesessen zu sein… Unsere Freunde jedenfalls waren der Überzeugung, Bio-Produkte kategorisch meiden zu müssen, denn „das bringe doch eh alles nichts“. Man dürfe sich nicht für dumm verkaufen lassen.

Also alle Berichte über grauenhafte Produktionsbedingungen (egal in welchem Sektor) in den Wind schlagen und fleißig weiterhin das Billigste kaufen? -Den aufgeklärten Konsumenten stelle ich mir anders vor. Zumal es uns heute dank des Internets möglich ist, viel über Unternehmen und deren Produkte herauszufinden. Oder angesichts schlechter Nachrichten eben nicht den Kopf in den Sand zu stecken (wie es unsere Freunde offensichtlich tun), sondern dies als Antrieb zu verstehen, aufmerksamer shoppen zu gehen.

Tue Gutes – und lass die Babydecke im Grabbeltisch liegen!

Ganz ehrlich, wenn Leute für Hungerlöhne arbeiten müssen und dafür womöglich noch ihre Gesundheit riskieren oder ihre eigenen Kinder vernachlässigen, dann regt sich bei mir das schlechte Gewissen. Schließlich bin ich es doch, die davon profitiert: Alles ist billiger geworden. Dafür muss ich nicht extra zu einschlägigen Discountern gehen.

Natürlich schützt mich mein Moralempfinden nicht permanent davor, Produkte aus Schwellenländern zu kaufen, in welchen Lieferanten audgebeutet werden. Doch immerhin bewahrte es mich schon so manches Mal vor Spontankäufen.

Die Grabbeltische in den Discountern ziehen mich nämlich magisch an. Eine Sommerdecke für nicht einmal 20 Euro? -Ich hätte am liebsten zugegriffen! Doch wer hat das Ding wohl zusammengenäht? Unter welchen Bedingungen wurde die Baumwolle gepflückt? -Ich wollte es gar nicht wissen – und ließ die Decke schön im Grabbeltisch liegen.

Die Webseite „Rank a Brand“ überprüft alle möglichen Hersteller und Marken von Mode über Reisen bis hin zu Elektronik nach den Produktionsbedingungen und vergibt daraufhin Schulnoten. Wenn du dir über den Kauf eines bestimmten Produkts unsicher bist, kannst du auf Rank a Brand erst einmal recherchieren, wie nachhaltig bzw. ethisch korrekt es hergestellt wurde.

So konsequent kann ich leider nicht immer sein. Schon die handelsübichen Smartphones beispielsweise sind teuer. Ein Fairphone, für das keine Blutmineralien verwendet werden, kann ich mir (noch) nicht leisten. Doch bleiben wir bei der Sommerdecke. Die ist schließlich auch in Bio-Qualität bezahlbar. Etwa 70 Euro kostet zum Beispiel die Prolana Bobo Sommerdecke für Kinder. Dreimal mehr als die Decke beim Discounter.

Ist sie den Preis auch wert? -Für Eltern, die sich bei ihren Einkäufen moralisch verhalten wollen, ist sie das in jedem Fall. Die Decke wird nämlich in Deutschland hergestellt. Dass Kinder dafür schuften müssen, ist daher ausgeschlossen. Überdies besteht ihr Bezug aus Bio-Baumwolle.

Auch Gänse wurden nicht bei lebendigem Leib gerupft, um deren Daunen zu verwenden (bei Billigdecken ist dies die Regel!). Stattdessen hat der Hersteller seine Kinderdecke mit Schurwolle gefüllt – auch diese aus kontrolliert biologischer Tierhaltung.

Aufklärung in eigener Sache: Green Shopping erfordert Recherchezeit

Woher ich das weiß? -Die Informationen sind keine drei Klicks im Internet entfernt. Wer korrekt einkaufen will, der recherchiert halt ein bisschen. Das mag sehr viel zeitaufwendiger sein als der Spontankauf beim Discounter, wird aber mit dem Wert der guten Tat belohnt 🙂 Hilfreich dabei sind übrigens Online-Shops wie Dormando, die in ihren Produktbeschreibungen detailliert alle Produktdaten auflisten.

Findet man nichts zur Herkunft eines Produktes, ist das i.d.R. ein schlechtes Zeichen, denn Unternehmen wissen um den Wert einer ethisch korrekten Herstellung – und brüsten sich damit 😉

Wer Lust hat, sich ins Thema „Moralisch einkaufen“ zu vertiefen, dem sei das Buch „Wie viele Sklaven halten Sie?“ von Evi Hartmann ans Herz gelegt. Die Autorin zeigt darin auf, dass auch ganz kleine Schritte Großes bewirken können: Nämlich ein Umdenken im Konsumverhalten! Lesenswert.

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