Mit Neugier lernt sich’s besser

 

kindliche neugier bewahren

Kindlicher Wissensdurst führt zum Lernerfolg

Oftmals bleibt nur das Positive im Gedächtnis hängen. Vielleicht kommt es mir deshalb so vor, als sei meine Grundschulzeit eine Aneinanderreihung angenehmer Momente gewesen. Ich schrieb nur Einsen, hin und wieder auch mal eine Zwei. Meine Lehrerin war allerliebst und mit meinen MitschülerInnen habe ich mich auch sehr gut verstanden.

Deshalb schockiert es mich nun, wenn ich mir die Schulhefte meines Sohns anschaue: Ob Buchbesprechungen oder wöchentliche Auswertungen des Lernstoffs, alles wird schriftlich von den Kindern festgehalten. Oft in ausführlichen Texten! Recherchieren müssen die Viertklässler schon selbst. Dafür stehen ihnen in der Grundschule Computer zur Verfügung. Kurz darauf wird das neue Wissen in einer Kontrolle abgefragt. Ich wiederum frage mich: Ist die Schule anspruchsvoller geworden?

Die Schulzeit gehört der Vergangenheit an? -Von wegen!

Nein, ich beneide meinen Sohn nicht um seine Schulzeit. Eher mache ich drei Kreuze, dass meine eigene längst hinter mir liegt. Ganz heraushalten kann ich mich jedoch nicht. Wenn er etwas nicht versteht, muss ich es ihm schließlich erklären. Mathe ist in der Grundschule ja noch vergleichsweise einfach – und wunderbar logisch nachvollziehbar.

Mittlerweile macht dem Kleinen aber die deutsche Rechtschreibung zu schaffen – so sehr, dass er immer wieder schlechte Noten schreibt. Ich habe dieses Problem lange unterschätzt, einerseits weil mir Noten im Grunde egal sind. Andererseits war ich optimistisch und dachte, dass es sich schon von allein lösen würde. Ich empfahl ihm, mehr zu lesen – möglichst Romane, keine Comics 😉 Seine Noten verbesserten sich trotzdem nicht.

Wer hat schon Lust, mit dem Nachwuchs zu üben?

Die Schule stellt mich erneut vor eine Herausforderung: Ich muss mich wieder ihrem Lernstoff widmen, so verhasst er mir auch mit der Zeit geworden ist (während ich noch gern zur Grundschule ging, habe ich das Gymnasium verabscheut). Jetzt muss ich tatsächlich mit meinem Sohn zusammen ÜBEN. Weil es uns beiden gleichermaßen unwichtig ist, vergessen wir es (leider) viel zu oft.

Denken wir doch mal daran, so gestalten wir die Nachhilfe so kurz wie eben möglich. Glaub mir, eine Lehrerin ist nicht an mir verlorengegangen: Ich kann einfach nicht verstehen, warum er (für mich so simple) Dinge nicht versteht. Dass man „wenn“ mit Doppel-N schreibt zum Beispiel, aber „hat“ nicht mit Doppel-T. Ist doch logisch! Seufz.

Das Kind muss die Nachhilfe auch wollen

Da hilft nur das allseits beliebte Auswendiglernen. Wie das am besten funktioniert, stellt die Zeitschrift „Eltern“ hier vor. Leider handelt es sich dabei um kein Geheimrezept, sondern um die schon zu meiner Zeit bekannten Karteikarten. Ebenfalls hilfreich ist die Nachhilfe-Webseite www.gut-erklaert.de. Diese bietet allerdings ausschließlich Lerninhalte in naturwissenschaftlichen Fächern.

Heute Nachmittag also werde ich mich hinsetzen und Karteikärtchen anfertigen. Mit Wörtern wie „wenn“ und „hat“ und „Geräteturnen“. Ich habe eingesehen, dass das vonnöten ist in einer Welt, in der mehr Mails geschrieben als Telefonate geführt werden. Zumindest musste ich nicht schon in der Vorschule damit anfangen, ihn auf die Grundschule vorzubereiten, wie es viele andere Eltern tun…

Lust am Lernen fördern

Glücklicherweise muss ich nicht gegen den Widerstand Sohnemanns ankämpfen. Der ist nämlich einverstanden mit unserer kleinen Nachhilfe-Aktion. Beste Voraussetzungen also, um zu pauken. Ohne Motivation, lernt das Kind schließlich nicht.

Was seine Motivation ausmacht, kann ich dabei gar nicht genau einschätzen. -Vermutlich sind es die Noten. Bislang gehörte er zu den Klassenbesten. Plötzlich Fünfen zu schreiben, schmeckt da vermutlich bitter. Ich selbst lehne Noten ab, weil sie den Leistungsdruck und den Wettbewerbsgedanken verschärfen. Mein Sohn ist da anderer Meinung. Er liebt den Vergleich mit seinen MitschülerInnen.

Ich selbst übe jedenfalls keinen Druck auf ihn aus, weil ich ohnehin keinen Zweifel daran habe, dass Sohnemann ein schlaues Bürschchen ist. Egal, welche Noten er nach Hause bringt. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass Abitur und Studium bessere Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeitsleben darstellen als ein Realschulabschluss mit anschließender Berufsausbildung.

Doch viele Wege führen nach Rom. Weshalb unbedingt den gängigsten wählen?

Neugierde wecken & bewahren

Die Angst vorm sozialen Abstieg ist groß und überträgt sich leicht von den Eltern aufs Kind. Das wiederum schmälert die Lust am Lernen.

Mein Sohn soll sich aber seine kindliche Neugier bewahren, denn sie ist der Schlüssel zum Erfolg: Neugier ist die Voraussetzung für effektives Lernen. Das wiederum macht intelligent. Ein selektierendes Schulsystem und besorgte Eltern hingegen sind denkbar kontraproduktiv.

Wie man die die Neugier des Kindes bewahrt, wird in folgendem Artikel angerissen>> Dabei spielt natürlich auch die Persönlichkeit des Kindes eine Rolle. Mit Karteikarten werde ich bei meinem Sohn sicherlich kaum Interesse für die deutsche Rechtschreibung wecken. Mit einer Smartphone-App schon eher… 😉

LG Anne

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