Was zu tun ist, wenn niemand deinen Blog liest

niemand liest meinen blog

Startschwierigkeiten beim Bloggen sind keinesfalls ungewöhnlich, auch wenn dir viele Blogger suggerieren, schon innerhalb weniger Wochen tausende Klicks zu bekommen.

Ich selbst quäle mich auch gerade mit meinem Garten-Blog herum. Die Erstellung und mein kleiner Business-Plan haben schließlich viel Zeit und Energie gekostet. Follower habe ich allerdings immer noch sehr wenige…

Doch sei unbesorgt!: Es gibt diverse Möglichkeiten, um das „Kein-Schwein-liest-meinen-Blog-Syndrom“ zu heilen. Um herauszufinden, wo überhaupt dein Problem liegt, solltest du ein wenig Selbstkritik üben und dir folgende Fragen stellen:

1. Hast du deinen Blog erst kürzlich ins Leben gerufen?

Da können deine Blog-Posts noch so gut Suchmaschinen-optimiert sein, Google ignoriert dich trotzdem erstmal eiskalt. Was für die Suchmaschine nämlich neben relevanten Beiträgen und Links zählt, ist das Alter deines Blogs.

Bei Pinterest sieht’s ähnlich aus: Deine Pins müssen „reifen“, um eine bessere Sichtbarkeit zu erlangen.

Was du tun kannst:

Abwarten und Tee trinken, fleißig weiter bloggen und immer wieder pinnen, kurz: am Ball bleiben.

Für sofortiges Feedback, kannst du die sozialen Netzwerke nutzen, posten und twittern – und dabei immer schön Influencer verlinken. Die haben eine viel größere Reichweite als du. Falls ihnen deine Tweets/Posts gefallen, werden sie sie liken oder sharen/retweeten. Das bringt den Stein zumindest kurzfristig ins Rollen. Um langfristig erfolgreich zu sein, musst du auch hier einen langen Atem haben.

2. Bist du zu verkrampft?

Du hast ganz genau geplant, wen (Zielgruppe) du wo (Soziale Netzwerke) erreichen willst, hast dir dafür extra Beiträge ausgedacht, die besonders gut ziehen müssten – und trotzdem klickt einfach niemand auf deinen Blog?!

Hm, möglicherweise setzt du den Fokus dann doch zu sehr auf deine LeserInnen – und verlierst dabei dich selbst aus den Augen. Sprich: Dein Blog ist zu wenig authentisch.

Ein weiterer Stolperstein stellen womöglich die Einnahmen dar, die du gern mit deinem Blog erzielen möchtest. Klar, wer verdient nicht gerne etwas mit Affiliate Links und Sponsored Posts dazu?

Da ich ein Elternblog-Verzeichnis habe, schaue ich mir berufsbedingt regelmäßig Blogs an. Einige bestehen tatsächlich ausschließlich aus Werbung – schlecht verpackt in Produkttests oder Erfahrungsberichten. Als Leserin eines Mamablogs erwarte ich schon etwas mehr Einblick in den Familienalltag, nicht bloß Shopping-Berichte. Oder wie siehst du das?

Beiträge, die Werbung in den Vordergrund stellen, büßen oft an Unterhaltsamkeit oder Information ein. Hast du ausschließlich werbende Beiträge auf deinem Blog, könnte das deine LeserInnen langweilen oder gar abschrecken!

Was du tun kannst:

Zeig‘ mehr von dir! Einfach mal in dich gehen und dich fragen, welche Themen DU gern verbloggen würdest, weil sie DICH wirklich packen. Dann nämlich schreibst du aus dem Bauch heraus und schielst weder auf LeserInnen, noch aufs Geld. Das wiederum macht deinen Blog unverwechselbar – und spannend!

Nichtsdestotrotz musst du deine LeserInnen und ihre Bedürfnisse natürlich im Hinterkopf behalten. Für SIE schreibst du schließlich. Also: deine Individualität mit ihren Wünschen kombinieren… Puh, gar nicht so einfach, ich weiß!

3. Bloggst du zu selten?

Du wirst es nicht glauben 😉 aber auch ich habe einen Blog, der schlecht läuft. Dabei hätte er eigentlich Potential… Ich habe ein paar Pins erstellt, die echt gut laufen. So greifen regelmäßig LeserInnen auf diesen Blog zu.

Es werden jedoch nicht mehr, denn ich blogge einfach zu wenig. Höchstens einmal im Monat veröffentliche ich einen neuen Beitrag. Nicht aus Spaß an der Sache, sondern weil ich ein schlechtes Gewissen habe.

Fehlt auch dir die Lust zu bloggen? Oder hast du einfach nicht genug Zeit dafür übrig?

Was du tun kannst:

Tja, du hast es ausprobiert und festgestellt, dass das Bloggen doch nicht so dein Ding ist. Wozu sich weiter quälen und etwas weiterführen, für das man kein Bisschen Leidenschaft empfindet? -Ein Blog zu löschen ist zum Glück noch einfacher, als eines zu erstellen.

Ich möchte meinen Blog schon gerne weiterführen. Bei mir ist das Problem die mangelnde Zeit. Die braucht man eben, um informative Inhalte zu erstellen.

Ich gehe die Sache nun so an, dass ich mir hin und wieder mehrere Stunden Zeit freischaufle und dann gleich mehrere Beiträge am Stück erstelle. Deren Veröffentlichung plane ich dann (siehe Redaktionsplan>>), zum Beispiel geht jeden Montagvormittag ein Beitrag online.

4. Bist du zu wenig vernetzt?

Leider ist das Verfassen deiner Blog-Posts und Erstellen passender Grafiken nur die halbe Miete. Damit Leute deine Beiträge lesen, musst du anschließend auch die Werbetrommel rühren.

Online-Marketing heißt das Zauberwort, darin inbegriffen, die eingangs erwähnte Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die Nutzung sozialer Netzwerke. Ohne geht’s leider nicht, auch wenn deine Beiträge noch so hochwertig und schön sind. 🙁

Was du tun kannst:

Wenn du gerade erst als Blogger eingestiegen bist, kann es sehr, sehr hilfreich sein, dich mit anderen Bloggern zusammenzuschließen. Diese sollten ein ähnliches Themenfeld bedienen wie du. So könnt ihr gegenseitig eure Posts kommentieren, Gastbeiträge schreiben oder eure Blogparaden bewerben.

Selbstverständlich kannst du dir bei etablierten Bloggern auch Tipps holen! Vielleicht empfehlen sie dir auch passende Facebook-Gruppen oder laden dich ein, an Pinterest-Group-Boards teilzunehmen.

In letzter Zeit wurden darüber hinaus eine Menge „Events“ ins Leben gerufen, die Friday Fives zum Beispiel oder 12 von 12. Mit Sicherheit gibt es noch mehr. Ansonsten kannst du dir ja selbst einen Blog Event ausdenken. All das kann deinen Blog unheimlich pushen, schon wegen der vielen Links, die generiert werden!

Vielleicht etablierst du auch deine eigene Facebook-Gruppe – doch auch dafür brauchst du erst einmal Mitstreiter, die du zum Beispiel so findest:

  • Bloggertreffen (da gibt’s je nach Thema oder Stadt/Region die unterschiedlichsten regelmäßig stattfindenden Treffen)
  • Blogger-Stammtische (hier gilt dasselbe: einfach mal nach passenden Events googeln)
  • Facebook-Gruppen
  • Blog-Verzeichnisse
  • Instagram & Twitter (z.B. mittels Hashtags suchen)

5. Nutzt du die falsche Marketing-Strategie?

Nicht jedes Soziale Netzwerk ist für jeden Blog gleichermaßen geeignet. Die einen schwören auf Facebook, die anderen auf Instagram, wieder andere auf Twitter… Um alle Netzwerke zu nutzen, müsstest du wahnsinnig viel Zeit investieren (allein, um Follower zu gewinnen!).

Eine Zielgruppen-Analyse hilft dir herauszufinden, wo sich deine LeserInnen aufhalten – und dort musst du sie natürlich aufsuchen und ansprechen!

Kommen wir auf meinen Garten-Blog zurück:

Meine Zielgruppen-Analyse hat ergeben, dass ich meine LeserInnen auf Facebook finde. Folglich habe ich eine Facebook-Seite erstellt und auf Follower gewartet. Meine Seite aber war so gut wie unsichtbar: Keine Likes, keine Shares, keine Kommentare – und keine Follower.

Auch in den Facebook-Gruppen klickte so gut wie niemand auf meine geteilten Blog-Links. Es war zum Verzweifeln. Garten-Interessierte tauschen sich zwar gerne auf Facebook aus, doch irgendwie traf ich mit meinen Beiträgen nicht ihren Nerv – und wurde ignoriert.

Zeitgleich startete ich meine Profile auf Instagram und Pinterest. Auch hier ließ der Erfolg auf sich warten, nahm jedoch mit der Zeit an Fahrt auf.

Mittlerweile investiere ich keine Zeit mehr in Facebook, habe meine Seite sogar wieder abgemeldet. Stattdessen konzentriere ich mich ausschließlich auf die beiden Bilder-Plattformen, über die ich mehr und mehr Seitenzugriffe registriere.

Was du tun kannst:

Läuft ein Soziales Netzwerk nach einem halben Jahr des Ausprobierens immer noch sehr schlecht, solltest du dich nach Alternativen umschauen. Keine Follower zu haben und für nichts und niemanden zu posten, ist schließlich immens frustrierend. Außerdem geht eine Menge Zeit dabei drauf, die du anderweitig besser investieren kannst.

Vielleicht startest du – genau wie ich – zeitgleich in mehreren Netzwerken und konzentrierst dich dann auf jene, die die meisten Klicks versprechen.

Nicht alle Netzwerke eignen sich jedoch dafür, eine Stammleserschaft aufzubauen (Pinterest zum Beispiel). Hier solltest du zusätzliche Optionen für deine LeserInnen bereithalten, bezüglich deiner Blog-Inhalte auf dem Laufenden zu bleiben. Ein Newsletter ist wohl das bekannteste Instrument, um LeserInnen zu binden.


Fazit: Was tun, wenn niemand deinen Blog liest?

Das sind nur einige von vielen möglichen Gründen, weshalb dein Blog (vorerst) vom großen Publikum ignoriert wird. Bei der Fülle an Informationen, die das Internet bietet, kann es schwierig sein, die Aufmerksamkeit von Lesern und Influencern zu gewinnen.

Manchmal hapert es nur an spannenden Überschriften oder am Aufbau der Texte (zu wenig Leerraum, zu lange Sätze,…). Auch kann es passieren, dass du dein Publikum aus den Augen verlierst – und gar nicht mehr gezielt für deine Nische schreibst. Wie du deine Zielgruppe definierst>>

Was auch immer die Gründe dafür sind, dass (noch) niemand deinen Blog liest: Du kannst es jederzeit ändern! Und seien wir ehrlich, der Aufwand dafür hält sich doch in Grenzen.

Wichtig ist lediglich, dass du deine Fehler identifizierst und optimale Wege findest, um deinen Blog zu verbessern.

LG Anne!!!

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12 Antworten

  1. Petra sagt:

    Schöner Artikel! Sehr umfassend!
    Vor allem „Einige bestehen tatsächlich ausschließlich aus Werbung – schlecht verpackt in Produkttests oder Erfahrungsberichten“ geht mir ganz genauso. Mich nerven diese Blogs. Denn ihre Klick zahlen sind im Grunde nicht echt. Aber dadurch bekommen sie immer mehr solcher Aufträge und werden immer schlechter.
    Ich mag das nicht.
    Allerdings: Tipps von Großen… Ich weiß nicht, wird es mehr, dass keiner mehr Lust auf sharing hat?
    Viele Gedanken

    LG
    Petra

    • Anne sagt:

      Danke für dein positives Feedback, liebe Petra.
      Zugegeben, auf Facebook treibe ich mich seltenst herum. Aber auf Twitter habe ich gute Erfahrungen mit Sharing gemacht. Allerdings werde ich nur auf jemanden aufmerksam, wenn ich tatsächlich per @-Zeichen verlinkt werde.
      Auf Pinterest scheinen sich viele Mamablogger hingegen nichts zu gönnen. Gerade in den Gruppen, in denen man vermutet, dass sie sich dort gegenseitig pushen, herrscht Flaute.
      Man darf halt nicht vergessen, dass auch der Konkurrenzdruck ganz schön groß ist. Jede(r) buhlt um Klicks…
      LG Anne

  2. Liebe Anne

    Schöner, ehrlicher Post. Ich bin noch nicht so lange unter den Bloggenden. Seit einem knappen halben Jahr und seit etwa zwei Monaten mache ich meinen Blog bekannt. Am Anfang braucht es glaube ich, nebst tollen Themen und Berichten, wirklich auch einfach eine Anlaufzeit. Mir gefällt vorallem, dass ich über Dinge schreiben kann, die mir wichtig sind und das in meiner „Sprache“ dem Schriftlichen ;-). Und was ich am Genialsten finde: das Vernetzen. Habe schon ein paar spannende, tolle Menschen kennengelernt und hoffe, das geht so weiter.
    lg
    Anita

    • Anne sagt:

      Hey Anita,
      du hast ja schon fleißig gebloggt – kein Wunder, dass du dich schon ans Vernetzen machst 😉
      Dein Thema ist jedenfalls gerade sehr aktuell, gerade was Fitness während und nach der Schwangerschaft angeht – das interessiert echt viele Mamis.
      LG Anne

  3. Claudia sagt:

    Hallihallo
    Habe gerade mit Interesse dein Beitrag gelesen. Bin noch ganz am Anfang mit meinem Blog, erst Anfang Februar ging ich online, obwohl mein Blog jetzt dann schon fast 1 Jahr alt ist und fast zum erliegen kam.. Ob das was ich mache gut ist und ankommt, kann ich noch schlecht beurteilen. Werbung schalte ich vorerst auch keine, Das vernetzen hier in der Schweiz ist ganz schwierig. Aber egal, ich mache meinen Weg, mir macht es Spass und das ist die Hauptsache. Lieber Gruss Claudia http://www.hamerlike.ch

    • Anne sagt:

      Hallo Claudia,
      ich hab mir eben deinen Blog angeschaut – sieht ja echt super aus, sehr professionell und schön. Auch deine Beiträge sind super-vielseitig und interessant. Ich denke, dass du schnell eine Stammleserschaft aufbaust.
      Nur ist dein Blog ja noch sehr, sehr jung… Ich glaube, das stellt gerade die einzige Hürde dar. Einfach am Ball bleiben!
      LG Anne

  4. Super Artikel Anne!
    Mein Blog lag monatelang brach, weil ich mich einfach nicht motivieren konnte. Nun weiss ich auch wieso. Stichwort Zielgruppe! Seit ich die richtig definiert & verfeinert habe, sprudeln die Worte… 🙂
    Danke für die Inspiration.
    Herzliche Grüsse
    Claudia

    • Anne sagt:

      Kann ich mir vorstellen: Wenn niemand deinen Blog liest, hast du irgendwann auch keine Lust mehr, weitere Artikel zu schreiben. Umso erfreuter bin ich, dass es bei dir dank Zielgruppen-Analyse doch noch geklappt hat!
      Viel Erfolg auch weiterhin, liebe Claudia!

  5. Mathias sagt:

    Hallo Anne,
    erneut ein klasse Artikel. Ich finde deine Mischung aus Online-Marketing- und Familienthemen sehr gut. Beide Bereiche interessieren mich und daher schaue ich oft bei dir vorbei.
    Bei mir ist es bspw. die fehlende Zeit, die mich daran hindert, wirklich regelmäßig neue Artikel zu veröffentlichen und so meinen Blog zu pushen.

    Zum Thema Produkttests kann ich @Petra nur zustimmen. Gerade die vielen sogenannten Fake-Test-Vergleichs-Seiten finde ich eher hinderlich, wenn man für seine Kinder nach wirklich guten Produkten sucht. Hier werden häufig wahllos Produkte verglichen, um sie per Affiliate zu verlinken. So werden dann Testsieger gekürt oder Kauftipps für Produkte gegeben, die u.a. bei Öko-Test wegen zu hohen Schadstoffwerten schlecht abgeschnitten haben.

    • Anne sagt:

      Hey Mathias,
      nun ja, ich habe auf deinem Blog gerade auch den ein oder anderen Produkttest entdeckt… 😉
      Ja, immer wieder neue Inhalte zu veröffentlichen, braucht Zeit – insbesondere wenn man nicht so einfach aus dem Nähkästchen plaudern kann, weil die Themen viel Recherche benötigen.
      Meiner Meinung nach ist es in diesem Fall besonders wichtig, die so entstandenen Texte für Suchmaschinen zu optimieren, damit sie auch über Jahre erfolgreich sind.
      LG Anne

      • Mathias sagt:

        Hallo Anne,
        ja genau, ich finde Produkttests auch sehr gut. Dabei vertraue ich aber fast nur auf Tests der bekannten Testmagazine, die die Produkte ausführlich und nach festen Standards untersuchen können. Vor allem die Untersuchungen zur Schadstoffbelastung in Kinderprodukten finde ich wichtig. Von den Ergebnissen berichte ich dann gerne auf meinem Blog, weil ich selbst und hoffentlich auch meine Leser es hilfreich finden.

        Meine Kritik galt den vielen „Test“-Seiten, die zu vielerlei Produkten die gleiche Art von Vergleichstabellen aufbauen. Die vorgestellten Produkte sind dort meist beliebig austauschbar.

        Es gibt aber natürlich auch sehr gute Blogs & Seiten, die sich für ein spezielles Thema begeistern und gute und hilfreiche Produkttests veröffentlichen.

        LG Mathias

        • Anne sagt:

          Da bin ich absolut bei dir: Wenn ich nach bestimmten Produkten im Internet recherchiere, weil ich wissen will, ob sie gut sind und sich der Kauf lohnt, vertraue ich nur noch den nicht-werbefinanzierten Testern (z.B. Stiftung Warentest). Bei allen anderen kann ich ja nicht wissen, ob ihre Testurteile und Meinungen beeinflusst wurden…
          LG Anne

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