Rollenmuster auf den Kopf gestellt

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Typisch Mädchen!

fillyAls meiner Tochter mit zwei Jahren die erste Barbie geschenkt wurde, habe ich nur den Kopf geschüttelt. Glücklicherweise hatte sie damals noch nicht viel am Hut mit ihrer neuen Puppe. Die Barbie wurde kurz begutachtet und landete in der nächstbesten Ecke. Bis heute.

Mit drei Jahren folgte dann die Eiskönigin im Barbie-Format. Wieder ein Geschenk der Oma. Sie hatte einen wunderschönen blonden Zopf und konnte „Eiskristalle“ auf böse Schneemonster schießen. Die Eiskönigin erhielt schon weitaus mehr Aufmerksamkeit, doch auch sie verschwand irgendwann von der Bildfläche – und wurde duch eine neue ersetzt: Diesmal trug sie ein grünes Glitzerkleid und konnte lauthals Lieder trällern.

Keine Ahnung, ob es der Gewohnheitseffekt ist, aber über die dritte Puppe im Barbiestil freute ich mich sogar ein bisschen. Sie hat einfach etwas Grundsympathisches und ich finde es wirklich lustig, wie meine Tochter das ewig gleiche Lied voll Enthusiasmus mitsingt.

Trotzdem nagt das schlechte Gewissen an mir: Dieses ganze „Mädchenzeug“ hat einen äußerst schlechten Ruf. Wer halbwegs verantwortungsvoll mit seinen Kindern umgeht, erzieht sie lieber geschlechterneutral. Barbies für Mädchen: ein NoGo.

Verständlich ist das schon. Hinter den Puppen verbirgt sich ein unerreichbares Schönheitsideal. Lange Beine, schmale Taille, große Brüste, voluminöses Haar, Strahleaugen und natürlich stets ladylike angezogen. Was leiten Kinder wohl ab bei diesem Anblick?

Typisch Junge!

Anders verhält es sich bei einem Freund meiner Tochter. Der vierjährige Kai ist ebenfalls ganz vernarrt in die Eiskönigin. Nicht nur das: Er liebt generell alle Disney-Prinzessinnen und wäre wahrscheinlich selbst gern eine. Als Junge hat er es da einfacher: Seine Vorliebe für die Farbe Pink und langhaarige Püppchen kommt total witzig – allenfalls skurril – rüber. Die Leute staunen und lachen, aber Sorgen machen sie sich nicht um den kleinen Kai. Bei ihm „verwächst“ es sich schon. Mädchen aber sind gefährdet!

Ich muss hinzufügen, dass seine Mutter sehr locker mit dem Prinzessinnen-Hype ihres Sohns umgeht. Sie verdreht zwar auch hin und wieder die Augen, aber sie verbietet ihm nichts. Kai’s neueste Errungenschaft: ein rosa Fahrrad, natürlich mit Prinzessinnen drauf.

In ein paar Jahren ist er dann reif für’s Eau de Toilette der Eiskönigin, das man hier sogar online kaufen kann. Und wer weiß?: Vielleicht lässt er sich das Haar wachsen und braucht noch eine entsprechende Bürste 😉 Auswahl an Disney-Merchandising-Artikeln haben Eltern jedenfalls genug.

Wenn ich also Kai sehe, denke ich mir immer: Wenn’s für ihn in Ordnung ist, warum dann nicht auch für meine Tochter? Mit den Autos ihres Bruders spielt sie übrigens auch gern, mit seiner Holzeisenbahn sowieso. Und wenn sie statt Pailletten lieber Baggeraufnäher auf dem T-Shirt wollen würde, hätte ich doch auch nichts dagegen. 🙂

Allerdings habe ich das große Glück, dass meine Tochter nicht allzu fixiert ist auf die rosa Warenwelt. Wäre sie eines dieser Mädchen, die ausschließlich Prinzessinnen-Klamotten tragen wollen, würde ich mir schon Sorgen machen…

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