sinners & saints® – Kontakt- & Partnersuche neu gedacht

Gastbeitrag von Michael Voit, Gründer von sinners & saints

Foto: Burak Kostak, Pexels

Tim

Mein ältester Freund, nennen wir ihn Tim, hat sich vor ein paar Jahren von seiner langjährigen Freundin getrennt. Die beiden waren sich eigentlich sicher, zusammen alt zu werden. Und ich mir darüber eigentlich auch.

Sie wohnten in einer großen Altbauwohnung in der renommierten Weststadt, gingen Samstags gemeinsam auf den Wochenmarkt um die Ecke. Sie lebten beide vegetarisch und kochten, aus meiner fleischessenden Sicht, abenteuerlich. Kurzum: sie ergänzten sich hervorragend. Und ihre “Ich freu mich auf dich <3”-, “Ich freu mich mehr!”-, “Pass auf dich auf!”-, “Geh nicht im Dunkeln joggen!!”-WhatsApp-Nachrichten legten auch nicht die Vermutung nahe, dass sie sich bald trennen würden.

Taten sie aber.

“Es liegt nicht an mir. Es liegt an dir!“

Genau genommen ging der Schritt von ihm aus. Und als er mir davon erzählte, war er für mich total nachvollziehbar. So perfekt und harmonisch ihr gemeinsamer Alltag auch war – sobald die Türen zufielen, genau genommen die Schlafzimmertür, tat sich zwischen ihnen ein Abgrund auf. Sie genoß die stillen Momente, Nähe und Zärtlichkeit. Vier Wochen Kuscheln waren für sie die Erfüllung von Intimität und Zweisamkeit. Er dagegen hätte sie auch gern in einer anderen Rolle erlebt. Oder besser: Plural. Anderen Rollen. Ich möchte jetzt gar nicht näher darauf eingehen, welche ihm dabei so vorschwebten.

Mit seiner Beichte traf er in mir aber einen wunden Punkt. Ich konnte mich mehr als gut mit seiner festgefahrenen Situation identifizieren. Auch mir ging es schon häufig so, dass sich meine Interessen von denen meiner Partnerin – nun, sagen wir vorsichtig – unterschieden. Und erst jüngst trat mit einer ganz ähnlichen Geschichte eine gute Freundin an mich heran.

Liebe ist…

Mir gab das zu denken. Und je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr sah ich den Grund in unserer Erwartungshaltung an den jeweiligen Partner. Darf ich kurz ausholen?

Wer Richard David Prechts “Liebe” gelesen oder sich sogar mit den Büchern des Paartherapeuten Ulrich Clement auseinandergesetzt hat, wird wissen, dass unser heutiges Beziehungsmodell nicht dem entspricht, wie es früher einmal war. Je weiter man historisch zurückblickt, umso weniger wurde in den Partner das hineininterpretiert, was wir heute als Liebe erträumen und hoffen. Früher lief es eher auf eine Zweckgemeinschaft hinaus, die zum Fortbestand der Familie, Aufziehen der Kinder oder aus Gründen des gesellschaftlichen Stands geschlossen wurde. Oft teilte man sich auch mit der Großfamilie ein Dach über dem Kopf. Die Großeltern hatten dann tagsüber ein Auge auf den Nachwuchs.

Heute lebt man als Paar zu zweit in einer Wohnung, die – wenn man den verschiedensten Studien Glauben schenken darf – unsere “Persönlichkeit” widerspiegelt. Aber wessen? Meine? Oder die meiner schöneren Hälfte?

Heute sucht man in seinem Partner den besten Freund. Den beruflich unter-, gleich- oder übergestellten. Jemand, der mit derselben Perspektive in die Zukunft blickt wie man selbst. Jemand, der die gleiche Anzahl Kinder möchte. Der auch die gleiche Vorstellung von der Erziehungs- und Ernährungsweise für die Kinder mitbringt.

Jemand, der nicht nur gern ins Kino geht, sondern auch das gleiche Filmgenre mag. Jemand, der mich stützt, aber auf Knopfdruck erregt. Jemand, der optisch ein Leckerbissen ist und das mit seiner Kleidung auch auszudrücken weiß. Wir suchen Freund, Liebhaber und Lebenspartner. Wir suchen unser Gegenstück und können jede einzelne Zacke des uns vervollständigenden Puzzlestücks ganz genau beschreiben. Kurzum: wir haben sehr konkrete Vorstellungen davon, wie der andere sein soll. Und deshalb können wir auch häufig ganz klar festmachen, woran die Beziehung letztlich scheiterte.

The History of: Partnerbörsen

Ist dem wirklich so? Studien über Dating-Dienstleister und Partnerbörsen legen die Vermutung zumindest nahe, dass wir der Versuchung erliegen, unseren Partner passend zu uns auswählen zu wollen. Oder besser auswählen zu lassen. Im Jahr 2007 war das größte Online-Geschäftsmodell Erotik und Pornografie. Dicht gefolgt von den Dating-Dienstleistern auf Platz zwei. Und der Trend hält bis heute an. Jüngst haben in einer von der Bitkom durchgeführten Studie 42% der Befragten zugegeben, dass sie hoffen, online die große Liebe zu finden.

Dass unsere Hoffnung auf Hilfe bei der Partnersuche so tief verwurzelt ist lässt sich damit erklären, dass Partnerbörsen keine Erfindung der modernen Medien sind. Der Ursprung von Dating-Agenturen und Kontaktanzeigen reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als britische Junggesellen mit ihrer Hilfe nach heiratswilligen Frauen suchten. Damals war das noch erheiternd. Im 18. Jahrhundert wurde daraus aber schon bitterer Ernst. Auf Homosexualität stand in England die Todesstrafe und getarnte Kontaktanzeigen mit Codewörtern stellten eine der wenigen Möglichkeiten dar, um Gleichgesinnte finden und kennenlernen zu können.

Heute resümiert Bitkom, dass Dating-Plattformen “eine gute Alternative” seien, “neue Kontakte zu schließen und ein passendes Gegenüber kennenzulernen“.

Persönlichkeitstests sollen zum Traumpartner führen

Tatsächlich entstand die erste Version dessen was wir heute als Partnerbörse verstehen aber erst 1965, als an der Harvard-Universität ein Team aus Computer-Spezialisten die erste algorithmische Partnersuche angeboten haben. Für 3 US-Dollar konnte man einen Fragebogen ausfüllen, der automatisch ausgewertet und auf Übereinstimmung mit den Antworten anderer Personen geprüft wurde. Die Empfehlung eines Profils, das am besten zu einem passt, kam dann natürlich prompt.

Ignoriert man für einen Moment Trend-Apps wie Tinder, Hot or Not oder Bumble, dann finden sich unter den seriösen Partnerbörsen noch immer Fragebögen, Persönlichkeitstests oder algorithmische Herangehensweisen, um Charaktereigenschaften zu parametrieren und mit anderen auf Übereinstimmung zu prüfen. Parship wirbt mit dem Fragebogen, der von Prof. Hugo Schmale entwickelt wurde – einem Philosophen und Experimentalpsychologen. Elitepartner bleibt diffuser und spricht nur von einem wissenschaftlichen Persönlichkeitstest, der “Persönlichkeitsdimensionen” berücksichtigt, “die in Beziehungen eine Rolle spielen” sollen. Der Fragenkatalog von Gleichklang ist sogar ganze 55 Seiten lang und kann als PDF heruntergeladen werden!

Und der Erfolg scheint dem System Recht zu geben. Mehr als 40% der von Bitkom befragten Nutzer gaben an, monatlich mehr als 30€ für die Partnersuche auszugeben. Das qualitative Versprechen, den idealen Partner zu finden, legt offenbar den Finger in die richtige Wunde. Dabei versuchen alle Agenturen lediglich mathematisch zusammenzufassen, was die betroffenen Nutzer selbst schon immer wussten: welche Hobbies sie haben. Welchen Leidenschaften sie nachgehen. Und welche Vorlieben sie teilen.

Astrologie und Dessous

Die Gespräche über versäumte Sehnsüchte und all dem, was der (inzwischen Ex-)Partner nicht hatte wiederholten sich. Jeder konnte dabei ganz klar aufzeigen, was ihm wichtig ist und worauf er bei der nächsten Partnerwahl achten wird. Und ich erkannte mich häufig in den Berichten wieder. Ich habe auch schon Listen erstellt mit Dingen, die beim nächsten Mal unbedingt von mir bei der Partnerwahl bedacht würden. Mir ist die Oberflächlichkeit hierbei bewusst. Und ich bitte dich, liebe Leserin oder lieben Leser, Nachsehen mit mir zu üben. Im Trennungsschmerz ist die Ratio unangebracht. Und generell bin ich skeptisch, ob jemandem, der mit der rosaroten Brille den nächsten Partner für’s Leben kennenlernt, all die objektiven Eigenschaften noch einfallen werden, die man zur Sicherheit überprüfen sollte.

Aber ich stimme insofern zu, dass es vorteilhaft sein kann, von Anfang an eine gemeinsame Ausgangsbasis mit ähnlicher Perspektive zu haben. Eine Perspektive von der man in die gleiche Richtung zusammen loszieht.

Foto: Yuri Catalano, Pexels

Natürlich entwickelt sich jeder im Laufe der Zeit weiter. Aber vielleicht gelingt es damit zu verhindern, dass man als Paar divergiert und einen keine Gemeinsamkeiten mehr verbinden. Wer also schon immer Hunde mochte, tut bestimmt gut daran jemanden zu finden, der diese Leidenschaft teilt. Und während man im echten Leben darauf achten kann, indem man solche Personen in Hundesportvereinen oder beim Spazierengehen wiedererkennt, sollte eine Partnerbörse diese Gemeinsamkeit in ihrer Auswahl passender Partner berücksichtigen.

Diese fundamentalen Interessen lassen sich aber in Worten ausdrücken: “Ich liebe Hunde!”, “Dreimal pro Woche Fitnessstudio ist für mich wichtig!”, “Meine Partnerin soll Dessous mögen!”, “Mein Hobby ist Astrologie.”. Es braucht keine algorithmischen Approximationen oder psychologische Persönlichkeitsmodelle, um Vorlieben und Interessen zusammenzufassen und wie eine Liste zu behandeln, mit der Kandidaten verglichen werden. Zumal sich die Interessen im Lauf der Zeit verändern. Manchmal sogar täglich! Wie kann da ein 55-seitiger Fragebogen, den ich einmal ausfülle, erschöpfend Auskunft über mich geben? Für solche oder ähnliche Systeme monatlich 30€ ausgeben zu müssen, wirkt auf mich… unnötig komplex und undurchsichtig.

sinners & saints® – eine Kontaktsuche für Gleichgesinnte

Aus diesem Grund entwickelte ich sinners & saints®. Die Seite versteht sich als erstes soziales Netzwerk für Freundschaft, Abenteuer und Liebe. Als soziales Netzwerk, weil anderen Profilen wie auf Twitter gefolgt werden kann. Schreibt ein Profil, dem ich folge, einen Beitrag, sehe ich diesen in meinem Nachrichtenfeed und kann ihn kommentieren oder als Favorit speichern. Entsprechend verhält es sich, wenn ich einen Beitrag verfasse.

Was die Seite aber ergänzend zu bisherigen Sozialen Netzen anders macht, ist, dass alle Beiträge mit Tags bzw. Interessen versehen werden müssen. Handelt der Text vom Kochen, füge ich “Kochen” als Interesse hinzu. Bezieht sich ein hochgeladenes Bild auf meinen Hund, versehe ich das Bild mit dem Interesse “Hunde”.

So sehen nicht nur Profile, die mir folgen diese Beiträge, sondern alle, die sich ebenfalls für diese Interessen begeistern. Wie das erreicht wird? -Indem ich nicht nur Profilen sondern auch Interessen folgen kann. Dafür gibt es eine lange und täglich wachsende Liste von Interessen, die sowohl Alltagshobbies als auch erotische Vorlieben abdecken.

Die Suche nach gleichgesinnten Kontakten wird so zum Kinderspiel. Alles, was bleibt, ist in der Suche diejenigen Interessen einzugeben, für die sich gewünschte Profile begeistern sollten. Den Rest machen wir. Natürlich dürfen Filterfunktionen wie Alter, Entfernung, Details zum Aussehen oder andere Dinge nicht fehlen. Es ist so einfach wie zu Googlen. Ohne lange Persönlichkeitstest und ohne wissenschaftliche “Persönlichkeitsdimensionen” – das waren unseren Ziele.

Über die Gründung von sinners & saints®

sinners & saints® entstand aus einem rein persönlichen Antrieb, denn ich mag die Möglichkeiten des Online-Datings und fand, dass man auch einfacher an die Sache herangehen kann. Erst kürzlich, Mitte diesen Jahres, ging die Seite live und erfreut sich seither zunehmender Nutzerzahlen. Wir stehen noch ganz am Anfang. Vieles wird noch wachsen und ausgebaut werden. Manches wird sich bestimmt auch wieder ändern. Aber der erste Schritt ist gemacht und das Kind ist unser ganzer Stolz.

Man kann darüber streiten, ob sinners & saints® eine Partnersuche im eigentlichen Sinn ist. Auch darüber, ob es mit Facebook oder Twitter vergleichbar ist. Ganz sicher ist es aber etwas ganz eigenes. Etwas, was so noch nicht da gewesen ist. Und ganz sicher ist es viel günstiger als die anderen wissenschaftlichen Herangehensweisen.

Ich würde mich freuen, dich dort begrüßen zu dürfen! Probier’s aus. Die Basismitgliedschaft ist kostenfrei und du gehst keine Verpflichtungen ein.

Viele Grüße

Michael
sinners & saints®


Quellen:

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