Unzertrennbar: Landlust & Landflucht

Teil 1 der Serie „Aus der Traum: das Haus wird real“

Gründe für den Hauskauf

hauskaufObwohl mehr hochqualifizierte Menschen denn je ihre dörfliche Heimat verlassen, um in der Stadt ein neues Leben zu beginnen, träumen gleichzeitig viele Familien von einem Leben jenseits des Ballungszentrums. Haus & Garten stehen in der Vorstellung dieser Familien ganz oben.

So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so verschieden sind auch unsere Gründe, weshalb wir uns ein eigenes Haus wünschen. Wenn man sich umhört, tauchen einige Antworten jedoch immer wieder auf. Da wird zum einen Ruhe gesucht und mehr Freiraum für die Kinder. Auch dass man kaum noch finanzielle Verpflichtungen hat, sobald das Haus abbezahlt ist, spielt eine große Rolle. Das Eigenheim wird demnach als ein Teil der privaten Altersvorsorge betrachtet.

Weitere Vorteile eines eigenen Hauses:

  • mehr Platz & eigener Garten
  • unabhängig vom Vermieter, der ggf. Gestaltungsrichtlinien vorgibt
  • Raten bleiben (über einen langen Zeitraum) gleich > man braucht keine steigenden Mieten zu befürchten

Was macht das Landleben so attraktiv?

Mittlerweile leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Besonders die junge, kreative Klasse zieht es in die Stadt. Wovon sie bei ihrer Arbeit vor dem Bildschirm träumen? Nicht von der großen Karriere, sondern vom Hühnerzüchten und von selbst gezogenen Zucchini aus dem Garten.

Quelle: Zukunftsinstitut

Überall ist es besser, wo wir nicht sind. Da ist es nicht verwunderlich, dass Zeitschriften wie „Landlust“ und „Wohnen“ zu den auflagenstärksten Magazinen in Deutschland gehören. Und sich so viele New-Economy-Angestellte nach selbstgehäkelten Schals und der eigenen Öko-Cottage sehnen.

Klar, der Stau auf der Stadtautobahn, täglich achtstündige Sitzmarathons im Büro und die allgegenwärtige Armut, das kann schon nerven. Darüber hinaus beflügelt’s die Fantasie: Schöner ist es mit Sicherheit auf dem Lande: Dort, wo die Ursprünglichkeit zu Hause ist, alles Echte und Unverdorbene.

In den Dorfschulen dominieren nicht die Kinder mit Migrationshintergrund und überhaupt lebt der Nachwuchs gesünder, kann im eigenen Garten spielen, durch den angrenzenden Wald toben, eins sein mit der Natur…

Weiter als 20 Minuten von der nächstgrößeren Stadt soll dieses Land natürlich nicht entfernt sein. Sonst werden die Spritkosten zu hoch. Man muss schließlich zur Arbeit kommen. Insofern boomen die echten Dörfer nicht wirklich, sondern lediglich die Ballungsräume mit ihrer hervorragenden Infrastruktur.

Tatsächlich schaute auch ich mich zunächst nach Kitas, Schulen, Freizeitmöglichkeiten um, bevor ich an einem Ort nach Häusern suchte. Müsste das Kind jeden Morgen eine Stunde mit dem Schulbus fahren, wird der Ort schnell von der Liste einer möglichen neuen Heimat gestrichen. Das echte Land stirbt aus.

Warum wir wirklich umziehen

Soweit die Ergebnisse von Studien. Doch seien wir ehrlich, beim Wunsch nach einem eigenen Haus sind Fantasievorstellungen unerheblich. Die von Hochglanzmagazinen abgedruckten Landschaftaufnahmen mögen wunderschön sein. Doch vorm Umzug fühlt man sich eher getrieben von anderen Umständen: Unbezahlbaren Mieten zum Beispiel, asozialen Nachbarn und einem krankmachenden Lärmpegel. Von der hohen Abgasbelastung innerhalb der Stadtgrenzen ganz zu schweigen.

Der Wechsel des Wohnumfeldes ist demnach unvermeidliche Konsequenz ebendieser Umstände. Er ließe sich nur vermeiden, wenn man entweder sehr reich wäre und sich ein Haus in der Stadt kaufen könnte – oder sich als extrem anpassungsfähig erweist.

Bei mir haben die Nachbarn den endgültigen Ausschlag gegeben, mich nach einem Einfamilienhaus umzusehen. Zuvor fühlte ich mich eigentlich sehr wohl in Berlin. Ich hätte mir auch vorstellen können zu bleiben – sofern ich mir die Miete für eine neue Wohnung hätte leisten können.

„Na, hoffentlich gefällt’s dir dort!“, meinte mein Vater zu unserem Vorhaben, Berlin den Rücken zu kehren. Es klang ein bisschen wie eine Drohung. Jetzt ist der Rest deines Lebens besiegelt… Tatsächlich ziehen wir auch ein wenig ins Ungewisse. Anders wird unser Leben auf jeden Fall. Aber wird es auch besser?

Trotz der Ungewissheit freue ich mich auf den Ortswechsel, denn ich liebe Veränderungen – seien sie beruflicher oder privater Natur. Ein Umzug ist auch ein Neuanfang, mit neuen Eindrücken und Erfahrungen. Er wird mein Leben und das meiner Familie mit Sicherheit bereichern. -Schon allein dadurch, dass wir uns aus unserem alten Umfeld herausbewegen und über den Tellerrand schauen.


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