Wenn das Kind nicht in die Schule will: Was steckt dahinter?

wenn das kind nicht in die schule will

Das Kind geht nicht gern zur Schule. Es bleibt lieber zu Hause, wo es tun und lassen kann, was es will. Deshalb stellt es sich oft krank.

Muss es doch zur Schule, steigen ihm Tränen in die Augen, so bedauerlich findet es sein Schicksal. Es stößt ein paar Flüche aus und trödelt so lange, dass es meistens erst auf den letzten Drücker im verhassten Klassenraum ankommt. Ist es aber endlich dort, verfliegt das Unwohlsein und es kehrt zurück zur Normalität.

Dass die Schule nicht unbedingt ein Highlight im kindlichen Alltag darstellt, steht außer Frage. Dennoch gibt es Kinder, die bereits im Grundschulalter am liebsten schwänzen würden. Die Gründe dafür sind vielseitig. Bei meinem Kind musste ich lange überlegen, woran es liegen könnte. Von selbst erzählt es ja nichts. Langsam verstehe ich auch, weshalb: Es kennt den Grund selbst nicht so recht.

Jetzt komme ich der Sache langsam auf die Spur. Nein, es wird nicht gemobbt. Ein Wunderkind ist es auch nicht, so dass es sich im Unterricht möglicherweise langweilt. Es fühlt sich lediglich eingeengt von den festen Strukturen, welche die Schule vorgibt: Zu einer ganz bestimmten Zeit muss es aufstehen, auch wenn es noch müde ist, danach muss es sich nach einem Stundenplan richten, den es sich nicht selbst zusammengestellt hat. Es muss sich den Regeln, die in der Schule vorherrschen, anpassen, und zu allem Überfluss wird es auch noch bewertet (und das zumeist schlecht, weil es sich keine Mühe gibt). Kurz, es kann nicht mehr tun und lassen, was es will. Der Frust ist groß.

Kein Wunder, schließlich haben wir es zu Autonomie erzogen. Es fühlte sich schon früh den Erwachsenen gleichgestellt. Wozu unterordnen? Gekränkt zieht es sich zurück. Seine Selbstbestimmung – seit dem Tag der Einschulung ist sie passé.

Ein autoritär erzogenes Kind fühlt sich wahrscheinlich weniger davon herausgefordert, sich in die vorgegebenen Strukturen einzupassen und sein Leben als Schüler zu akzeptieren. Insofern passt die Art der Erziehung einfach nicht zum Regelwerk der Schule. Meine Erziehung kann ich jedoch nicht mehr rückgängig machen – und die Schule ändert sich im Grunde auch nicht.

Bislang dachte ich, das Kind schafft es trotz seines Unwillens, sich zehn bis dreizehn Jahre durch die Schule zu wursteln. Schließlich ist es nicht dumm. Doch neben Intelligenz erfordert das erfolgreiche Lernen eben auch Motivation und Fleiß. Letzteres ist beim Kind bereits nach zwei Schuljahren komplett flötengegangen. Insofern weiß ich wirklich nicht, wie es bis zum Schulabschluss durchhalten soll.

Möglicherweise hilft es, die Diskrepanz zwischen seinem Zuhause und der Schule zu verringern, also auch hier seine Autonomie einzuschränken…?

Wie gehst du mit schulischer Unlust bei deinem Kind um?

LG Anne!!!



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