Interview mit kindermund.net

08. Oktober 2014

„Wir suchten einen Ort im Internet, auf den auch unsere (Groß-)Eltern einfach zugreifen können“

Oliver Scheele von „Kindermund.net“ im Gespräch mit topElternblogs

logo_kindermundFündig ist Familie Scheele auf ihrer Suche nicht geworden – und programmierte ihre Wunsch-Webseite kindermund.net kurzerhand einfach selbst! Herausgekommen ist eine Plattform, auf der Kindersprüche gesammelt und veröffentlicht werden. Einzige Voraussetzung: lustig müssen sie sein.

Ein gutes Dutzend Eltern postet regelmäßig die witzigen Anekdoten ihrer Sprösslinge. Auf 3000 Seitenzugriffe kommt kindermund.net somit monatlich. Damit stehen Oliver Scheele und seine Frau noch am Anfang. Doch Erweiterungen sind geplant. Welche Ideen dem Paar durch den Kopf gehen, um kindermund.net zu monetarisieren, darüber spricht Oliver im Interview:

topE: Was ist Kindermund.net? Wie funktioniert eure Webseite?

Oliver: kindermund.net ist eine Website, auf der Eltern, Großeltern und Kinderbetreuer die Sprüche und Erlebnisse Ihrer Kinder sammeln und teilen können. Es ist quasi eine Art spezialisiertes Twitter und Facebook, um die lustigen und denkwürdigen Aktivitäten der Kinder festzuhalten.
Jeder kann dort (anonym) ohne Anmeldung seine Kindersprüche sammeln. Die Sprüche der eigenen Kinder können jederzeit wieder eingesehen werden, mit Freunden geteilt und später auch als Buch für das Familienarchiv bestellt werden.

Wir haben diese Website gebaut, da wir für uns einen Ort gesucht haben, um die lustigen Sprüche unserer Kinder (5J, 3J – das Dritte ist gerade unterwegs) zu sammeln. Facebook war uns zu flüchtig, zu unstrukturiert und hat immer das Problem mit dem Datenschutz. Wir suchten einen Ort im Internet, auf den unsere (Groß-)Eltern einfach zugreifen können, an dem unsere Kinder später
ihre eigenen Sprüche wiederentdecken können und der trotzdem keinen „Klarnamenzwang“ hat.
Diesen Ort haben wir mit www.kindermund.net für uns und alle anderen Eltern dann selber gebaut. 🙂

topE: Wie viele Seitenzugriffe zählt ihr durchschnittlich im Monat?

Oliver: Wir sind ja noch relativ neu und haben erst ein gutes Dutzend Eltern, die regelmäßig bei uns Sprüche posten.
Seitenzugriffe pro Monat liegen ungefähr bei 3.000.

topE: Wie lange hat es gedauert, bis euer Projekt auf die Beine gestellt war und ihr zufrieden damit sein konntet?

Oliver: Meine Frau und ich sind ja beide berufstätig. Von daher war es ein Nebenprojekt, was wir häufig am Feierabend, wenn die Kinder im Bett waren, vorangetrieben haben.
Ich bin Softwareentwickler und habe die Website selbst programmiert. So hat es in der Summe schon 4 Monate gedauert bis die Website fertig war. Mit dem Ergebnis sind wir selber sehr zufrieden und freuen uns, wenn es andere Eltern auch sind. 😉
Wir würden gerne von den anderen Nutzern erfahren, was sie sich noch wünschen. Beispielweise ist eine Integration von Bildern und Videos angedacht.

topE: Was unternehmt ihr, um eure Webseite im WWW bekannt zu machen und Follower zu gewinnen?

Oliver: Das sind zum einen die üblichen Verdächtigen:
Die Seite suchmaschinenfreundlich gestalten (SEO), andere Eltern-Blogs auf uns aufmerksam machen und auf Twitter mit anderen Eltern in Kontakt kommen.

Eine Besonderheit ist unser „Partner-Programm“: Andere Webseiten mit Kinderbezug können unsere Sprüche und das Eingabeformular bei sich verlinken. Jeder Spruch, der über eine Partnerseite bei uns veröffentlicht wird, erhält einen Backlink.
Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

topE: Gibt es Marketinginstrumente, von denen ihr Abstand genommen habt, weil sie gar nicht funktioniert haben? –Welche?

Oliver: Ja, wir haben in der Offline-Welt einiges ausprobiert: Beispielsweise haben wir in Kindergärten Aushänge gemacht und auf Veranstaltungen Visitenkarten an andere Eltern verteilt. Die Resonanz war hier sehr gering, so dass wir wieder Abstand davon genommen haben.
Der Übergang von der Offline-Welt in die Online-Welt ist wohl zu groß. Es ist viel sinnvoller unsere Nutzer direkt vor dem Rechner oder Smartphone zu erwischen, so dass sie mit einem Klick bei uns sind. 🙂

topE: Warum habt ihr eine eigene Blog-Software geschrieben, statt eine fertige
Lösung wie WordPress oder Blogger zu verwenden?

Oliver: Wie oben beschrieben, sind wir kein normaler Blog, sondern eine Community in
welcher jeder Beiträge in Form von Kindersprüchen und -erlebnissen beisteuern kann. Da bot sich eine eigene Lösung an – gerade weil ich sowohl beruflich wie auch privat sehr gerne Software entwickle.

topE: Ist Kindermund ein Hobby, das ihr neben einem anderen Job betreibt, oder ist die Webseite euer „Beruf“?

Oliver: kindermund.net ist aktuell unser Hobby und wir verdienen kein Geld mit der Website.
Meine Frau ist beruflich als Assistentin bei einer Unternehmensberatung tätig (zumindest noch bis November, wo der Mutterschutz für unser 3. Kind beginnt).
Ich selbst bin selbständiger IT-Berater und Softwareentwickler.

topE: Kindermund.net ist ja ein echtes Familienprojekt! Wie teilt ihr euch die Arbeit auf?

Oliver: Die zeitlich aufwendigste Phase war die Programmierung der Website, die ja nicht auf einem Standard-Blog-System basiert. Dies habe ich neben der Arbeit, meist abends, durchgeführt.

Das Redaktionelle und die Texte auf der Website werden im Wesentlichen von meiner Frau übernommen. Auch die Prüfung der eingetragenen Sprüche übernimmt sie meist.
Ich bin im Kern für die Pflege der Website und das online Marketing zuständig. Und unsere Kinder, ohne jetzt von Kinderarbeit sprechen zu wollen ;), liefern tollen Content mit dem ein und anderen lustigen Kinderspruch.