Advertorials: mit Schreiben Geld verdienen

Blog Werbung in Form redaktioneller Beiträge nennt man in der Fachsprache Advertorials oder auch Sponsored Posts/Blog Sponsoring. Sie sind der Public Relations (PR) zuzuordnen.

Sie unterscheiden sich kaum von den übrigen Beiträgen auf einem Blog, obwohl sie Produkte oder Dienstleistungen anderer Unternehmen bewusst bewerben. Oftmals werden sie in Verbindung mit Produkttests geschrieben. Der Blogger erhält demnach das Produkt XY (oder bekommt die Übernachtung in Hotel XY geschenkt), um es zu testen und einen (möglichst) positiven Beitrag darüber zu schreiben.

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Mit redaktionellen Beiträgen Geld verdienen: Advertorial schreiben

Advertorials eignen sich für so gut wie jedes Blog/jede Website, denn für fast alle Themen lassen entsprechende Produkte oder Services finden. Einige Branchen sind selbstverständlich lukrativer als andere.

Der Vorteil von Advertorials gegenüber klassischer Bannerwerbung liegt darin, dass das Produkt bzw. die Dienstleistung durch das positive Feedback des Blogger an (immateriellen) Wert gewinnt. Außerdem wirkt ein Advertorial auf den Leser glaubwürdiger als eine Banneranzeige. Ist er wenig medienkritisch, fasst der Leser das Advertorial als eine echte Empfehlung des Verfassers auf.

Hier gilt allerdings zu beachten, dass du dich als Blogger der Gefahr aussetzt, Schleichwerbung zu publizieren.

Hierzu schreibt Wikipedia:

Nach deutschem Presserecht und dem deutschen Pressekodex müssen redaktionelle Inhalte und Werbung klar getrennt werden. Das heißt, dass Advertorials als Anzeigen gekennzeichnet sein müssen. Dies wird in der Praxis aber oft unterlassen, oder die Kennzeichnung wird so gestaltet, dass sie schwer erkennbar ist. Medienunternehmen, die in diesem Grenzbereich zur Schleichwerbung operieren, bemühen sich oft um die Verschleierung der Werbefunktion, um die Werbewirkung und damit den Verkaufswert zu erhöhen.


Glaubwürdig bleiben

Wenn du dich für Advertorials als Werbung auf deinem Blog entscheidest, ist es ratsam, dass du über Themen/Produkte/Dienstleistungen schreibst, die auch sonst inhaltlich auf deinem Blog eine Rolle spielen. Ein Modeblogger, der plötzlich über Handy-Tarife schreibt, wirkt schnell unglaubwürdig.

Ein Produkt überzeugt dich ganz und gar nicht? -Dann solltest du dich fragen, ob es das Geld oder den Gutschein wirklich wert ist, eine positive Kritik zu verfassen. Schließlich willst du deinen Lesern Orientierung geben, und nicht als unzuverlässig gelten. Ist Letzteres der Fall, vergraulst du deine LeserInnen unter Umständen.

Texte aus fremder Feder werden von Stammlesern schnell als solche erkannt

Unternehmen bieten dir hin und wieder schon vorgefertigte Texte an. Dies erspart dir natürlich eine Menge Arbeit, schließlich brauchst du nicht selbst recherchieren und einen Artikel ausformulieren. Dennoch solltest du kritisch beurteilen, ob der Text vom Stil her in deinen Blog passt. Gegebenenfalls kannst du ihn abändern oder doch selbst das Advertorial schreiben.

Advertorials können natürlich um Bilder ergänzt werden. Oft ziehen Fotos (in entsprechender Qualität) sogar erst die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Blog-Artikel. Auch hier gilt jedoch: Sie müssen ins Erscheinungsbild deines Blogs passen.


Wie macht man Advertiser auf den eigenen Blog aufmerksam?

Advertiser – damit meine ich die Unternehmen, die an einer Kooperation mit deinem Blog Interesse haben und ein Advertorial schalten möchten.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie diese Unternehmen dein Blog finden:
a) die erste Möglichkeit

Entweder sie durchforsten das Internet selbst nach Blogs und Webseiten, die sie für relevant halten, finden dein Blog und schreiben bzw. rufen dich an.

Weise auf Werbemöglichkeiten hin

Hier ist ein Hinweis auf deinem Blog, dass du Werbemöglichkeiten anbietest, natürlich unabdingbar.

Bestenfalls richtest du eine Seite auf deinem Blog ein, auf der du die Möglichkeiten der Blog-Werbung auflistest. Dies müssen selbstverständlich nicht nur Advertorials sein. Wenn du genauso aufgeschlossen für Bannerwerbung und Affiliate Marketing o.a. bist, nenne auch diese Werbeformen.
Die Vergütung der Werbung muss nicht unbedingt konkret aufgeführt werden. Du kannst zum Beispiel auch schreiben: „Meine Honorarvorstellungen maile ich Ihnen bei Interesse gern zu.“*

Mediadaten angeben

Eine informative Ergänzung sind deine sogenannten Mediadaten: Wie viele Nutzer greifen monatlich auf deinen Blog zu (Unique Visitors)? Wie oft werden deine Seiten aufgerufen (Page Impressions)?

Auch wenn dein Blog noch nicht wahnsinnig viele Seitenzugriffe aufweist, kannst du hier einen positiven Ausblick geben, z.B.: „Seit Bestehen verzeichne ich kontinuierlich steigende Nutzerzahlen.“.

Gut gepflegte Social-Media-Accounts sollten auch nicht fehlen. Hier genügt es, wenn du auf deine aktuellen Follower-Zahlen verweist.

Alles in allem gibt eine solche Seite dem kooperationswilligen Unternehmen einen Überblick über die Werbemöglichkeiten und Inhalte, die du auf deinem Blog anbietest. So kann es vorab entscheiden, ob dein Blog für seine Zwecke in Frage kommt.

b) Die zweite Möglichkeit,

wie werbetreibende Unternehmen auf dein Blog aufmerksam werden sind Dienstleister wie Blogfoster, RankSider oder SeedingUp (dies sind nur einige von vielen, in meinem eBook>> gehe ich detailliert auf sie ein). Diese Webseiten bringen Advertiser und Publisher zusammen, was letztlich zu Kooperationen führt.

In der Regel stellen sich die Publisher (also Blogger und Webseitenbetreiber) kurz vor, indem sie ihre Webinhalte bestimmten Kategorien zuordnen. Außerdem werden die Blogs/Webseiten nach Kriterien wie Laufzeit, Pagerank, Follower usw. bewertet. Weiterhin kann der Publisher festlegen, wie viel Geld er für das Veröffentlichen eines Advertorials verlangt*.

Bei der Plattform RankSider besteht sogar die Möglichkeit, dass sich Publisher aktiv bei Advertisern bewerben können.


Honorar für Blogartikel / Advertorials

*Was die Vergütung von Werbung in Form von Blogartikeln anbelangt, gibt es keine allgemeingültige Regel. Die Bloggerin Janneke, die neben ihrem eigenen Blog auch andere Blogger hinsichtlich des Marketings berät, hat allerdings dazu eine wertvolle Orientierungshilfe veröffentlicht>>

Wie viel kannst du für einen Blogartikel verlangen?

Beruhigend: Sie empfiehlt, einen Sponsored Post niemals für unter 100 Euro zu verkaufen. Schließlich bist du nicht nur mit der Recherche und dem Schreiben deines Artikels (inklusive Suchmaschinenoptimierung) beschäftigt: Viel Zeit geht außerdem drauf für die eMail-Kommunikation mit (potentiellen) Kunden, dem Schreiben und Überarbeiten der Rechnungen, Zahlungserinnerungen, der Buchhaltung und und und.

Merke: Egal wie klein dein Blog ist, verkaufe dich nicht unter Wert!

So, nun interessiert dich wahrscheinlich die fundierte Berechnungsgrundlage dieser Theorie. Tja, leider gibt es dafür keine allgemeingültige Regel. Jeder berechnet den Preis seiner Sponsored Posts anders. Mitunter variieren die Ergebnisse so stark, dass ich das Gefühl habe, du musst aus dem Bauch heraus entscheiden…

Hilfreich kann auch die Reaktion deiner Kunden sein: Wenn auch der dritte Interessent bei 650 Euro für ein Advertorial abspringt, solltest du den Preis evtl. nach unten korrigieren… 😉

Wenn du mit einem Unternehmen in Kontakt trittst, solltest du dem Advertiser auch Verhandlungsspielräume zugestehen. Schließlich möchtest du deine Kunden halten. Auf topElternblogs zum Beispiel kommen immer wieder die gleichen Agenturen zu – und das ist sehr angenehm.

Weil ich anfangs völlig planlos war, habe ich allerdings mit 50€/Advertorial angefangen, oje. Mir fiel es im Folgenden sehr schwer, meinen Preis zu verdoppeln. Also, fangt am besten gleich mit 100 Euro an 🙂


Ähnlich:

Advertorials sind eine spannende Angelegenheit. In Advertorials sei Dank habe ich bspw. über den Umgang mit anfragenden Agenturen geschrieben>>>

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4 Antworten

  1. zum wiederholten Mal ein äußerst interessanter Beitrag den du hier veröffentlicht hast. Bin schon auf den nächsten Artikel gespannt.

  2. christian sagt:

    Danke für die Informationen. Es gibt wenige Blogs die wie hier so verständlich und ausführlich schreiben.

  3. Lars Sobiraj sagt:

    Danke für den Artikel, sehr aufschlussreich. Leider mache ich exakt die gleichen Erfahrungen, die Du in einem anderen Beitrag beschrieben hast. Die Vermarkter wollen meine „Erfahrungsberichte“ alle für lau haben.

    • Anne sagt:

      Das ist echt dreist und bedeutet, dass du keine Verdienstmöglichkeit hast. Nun ja, dann kannst du ja wenigstens deine tatsächliche Meinung zum Ausdruck bringen, dich also auch negativ äußern, wenn dir ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht gefällt. Kriegst du wenigstens das Produkt geschenkt?
      Versuch’s doch mal bei externen Dienstleistern wie Rankseller usw.! Vielleicht hast du dort mehr Glück. Die bringen Advertiser und Publisher zusammen – natürlich gegen Bezahlung. Dafür kriegst du keine „lauen“ Angebote mehr – und musst den Kooperationspartnern auch nicht ewig hinterher rennen, damit sie endlich ihre Rechnung bezahlen. Das macht mir nämlich gerade zu schaffen…
      LG Anne

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