Lasst uns teilen! -Kindermode leihen statt kaufen

#MitmachMittwoch No. 31: Kindermode zum Ausleihen

kindermode zum ausleihen

Gestern rebellierte der Kleiderschrank meiner Tochter: Ein Brett samt Kleiderstange stürzte in die Tiefe und begrub dabei alle Klamotten unter sich. Die zu tragende Last ist einfach zu groß geworden. Weihnachten hat ihm den Rest gegeben.

Dank vieler aussortierter Sachen von Bekannten und noch mehr Geschenken von den Großeltern schwimmen wir in Kinderklamotten. Ein beneidenswerter Zustand, nicht wahr? Ich kann mir vorstellen, dass es euch ähnlich geht.

Deshalb war ich erst einmal ziemlich skeptisch, als das Online-Sharing-Portal kindoo.de kürzlich auf mich zukam, um von seiner Geschäftsidee zu berichten: Kindermode zum Ausleihen.

Etwa 4 Wochen kann man die auf der Plattform angebotenen Hosen, Jacken, Shirts usw. leihen. Jeder weitere Tag, der über 4 Wochen hinausgeht, wird extra berechnet. Zu den unterschiedlichsten Preisen. Angeboten werden Markenklamotten. Vor allem Bio-Labels sind vertreten. Also Mode, die ich nicht regelmäßig kaufen könnte, weil sie mir schlicht zu teuer wäre.

Welche Bio-Labels stellen eigentlich Kindermode her, die nicht nur unter fairen Bedingungen hergestellt wird, sondern auch niedlich aussieht? -Hier habe ich meine Lieblings-Online-Shops für Bio-Babymode und Bio-Kindermode aufgelistet>>

Stellt das Ausleihen eine kostengünstige Alternative zum Kauf dar?

Warum nicht?

    • Aus Kostengründen kaufe ich mir schließlich auch nicht jedes Buch, das ich gern lesen würde, sondern leihe es lieber in der Bibliothek aus. Für schlappe 10 Euro Jahresgebühr.
    • Carsharing würde mir den Zweitwagen ersparen, wenn es denn außerhalb der Ballungsräume angeboten werden würde. Schnief.
    • Spielzeug verliert unheimlich schnell an Attraktivität. Damit Eltern nicht jeden Quatsch kaufen müssen, Kinder aber trotzdem nicht auf Neuheiten zu verzichten brauchen, versenden Sharing-Plattformen wie die „Spielzeugkiste“ Spielwaren im monatlichen Abonnement.

Dies sind nur drei „Sharing-Möglichkeiten“ von ganz vielen. Eigentlich logisch, dass nun auch Kindermode geteilt werden kann.

Der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass Eltern durch das Ausleihen der Klamotten nicht viel sparen. Jedenfalls nicht gegenüber dem Einkauf beim Discounter. Die monatliche Gebühr bei kindoo.de klingt zwar erst einmal niedrig, hinzurechnen müsst ihr jedoch die Versandkosten, die bis zu einem bestimmten Warenwert berechnet werden.

Eine ökologische Alternative zum konventionellen Kauf stellt das Sharing also durchaus dar. Billiger ist es jedoch nur, wenn man vergleichbare Kindermode (also Öko-Mode & Fair-Trade-Labels) kaufen würde.

Vorteile des Teilens

Die Vorteile der Kindermode zum Ausleihen sind immaterieller Natur. Sie sind also nicht greifbar, doch sie geben dem Kunden das Gefühl, etwas Gutes zu tun:

Kinderkleidung oder Babymode zu mieten schont die Ressourcen durch Mehrfachnutzung und ist somit eine nachhaltige, kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zum viel teureren Kauf. (kindoo.de)

Mit anderen Worten: Sharing macht glücklich.

Mein Fazit fällt gespalten aus

Natürlich würde das Ausleihen auch der Umwelt zu Gute kommen, wenn Eltern stattdessen wirklich auf weitere Käufe verzichten. Meines Erachtens ist das aber unrealistisch. Klamotten sind einfach so unglaublich billig – die landen schon deshalb im Einkaufwagen, weil man dem Schnäppchen nicht widerstehen kann… (Ich weiß, wovon ich schreibe.)

Mütter und Väter, die auf Markenklamotten stehen, kommen bei kindoo.de jedenfalls voll auf ihre Kosten. Auch jene Eltern, die Wert auf ökologische Kleidung legen, werden das Mieten von Kindermode schätzen. Menschen, die aufs Geld achten müssen, werden aber auch beim Ausleihen nicht auf den Grünen Zweig kommen.

Produkte nicht kaufen zu müssen, um sie zu nutzen – diesen Ansatz halte ich jedenfalls für sehr, sehr gut.

Neben kindoo.de gibt es übrigens noch ein paar weitere Plattformen, die Kindermode vermieten, zum Beispiel  die Kleihderkiste oder Kilenda.


Umfrage: Wie denkt ihr übers Ausleihen von Kindermode? Wäre das was für euch?

Auf Twitter habe ich eine Umfrage zum Thema laufen. Ich freue mich wie immer sehr auf euer Feedback. Bin nämlich immer noch hin und her gerissen, was ich von dieser Geschäftsidee halten soll.

Für meine Kinder kommt kindoo.de leider nicht mehr in Frage, da sie mit knapp 5 und 10 Jahren einfach schon zu groß sind für die dort angebotenen Kleidungsstücke. Das Maximum auf der Sharing-Plattform ist die Größe 116.

Das ist nachvollziehbar. Schließlich wachsen 5-Jährige nicht mehr ganz so schnell wie jüngere Kinder. Ein Zeitfenster von 4 Wochen als Ausleihfrist würde längst nicht mehr reichen.

LG Anne!!!

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