Mehrgenerationenhaushalt: Sauberkeit organisieren, ohne dass es Streit gibt
Wenn drei Generationen unter einem Dach leben, treffen nicht nur unterschiedliche Lebensgewohnheiten und Ansichten aufeinander. Auch beim Thema Sauberkeit können die Vorstellungen weit auseinandergehen. Während die einen bereits den Staub auf dem Regal sehen, finden andere: „So schlimm ist es doch noch gar nicht.“
Das kann im Alltag schnell für Spannungen sorgen. Dabei müssen nicht alle Familienmitglieder in Sachen Sauberkeit auf einen Nenner kommen. Entscheidend ist vielmehr, dass sich alle auf gemeinsame Regeln einigen – und dass die anfallenden Aufgaben anschließend fair verteilt werden.
Sauber ist nicht für jeden dasselbe
Was für die eine Person dringend nach dem Staubsauger verlangt, kann für die andere durchaus noch ein paar Tage warten. Gerade wenn Großeltern, Eltern und Teenager-Kinder zusammenleben, bringen alle ihre eigenen Gewohnheiten mit.
Die ältere Generation ist möglicherweise einen Haushalt gewohnt, in dem täglich aufgeräumt und regelmäßig gründlich geputzt wurde. Berufstätige Eltern haben dagegen oft weniger Zeit und setzen andere Prioritäten. Und wer mit Kindern zusammenlebt, weiß ohnehin: Ein perfekt aufgeräumtes Wohnzimmer ist von ziemlich kurzer Dauer…
Keine dieser Vorstellungen ist automatisch richtig oder falsch. Schwierig wird es erst, wenn jeder seine eigenen Ansichten zum allgemeinen Maßstab erklären will.
Wenn aus Staub ein Generationenkonflikt wird
Nicht selten entzündet sich an einer Kleinigkeit ein größerer Streit: Das Bad wurde nicht gereinigt, der Mülleimer ist voll oder die Küche sieht nach dem gemeinsamen Abendessen chaotisch aus.
„Du machst nie etwas im Haushalt!“ ist dann schnell gesagt. Die angesprochene Person sieht die Sache möglicherweise ganz anders: „Es war doch überhaupt nicht schmutzig.“
Gerade solche Diskussionen führen selten weiter. Denn darüber, wann etwas schmutzig genug ist, lässt sich wunderbar streiten – und zwar vermutlich länger, als das Putzen selbst dauern würde.
Hilfreicher ist deshalb, nicht über das persönliche Empfinden zu diskutieren, sondern über konkrete Vereinbarungen.
Gemeinsame Regeln statt persönlicher Sauberkeitsstandards
Ein Mehrgenerationenhaushalt braucht keinen perfekten Einheitsstandard. Er braucht einen gemeinsamen Mindeststandard.
Zum Beispiel kann vereinbart werden:
- Das Bad wird einmal pro Woche gründlich geputzt – vom Waschbecken über die Dusche bis zur Kloschüssel mit Reinigungsmitteln von insuisse.ch.
- Die Küche wird nach dem Essen wieder ordentlich hinterlassen.
- Müll wird geleert, sobald die Behälter voll sind.
- Gemeinschaftsräume werden regelmäßig gesaugt.
- Wer etwas benutzt, hinterlässt es möglichst so, dass die nächste Person es ebenfalls benutzen kann.
Damit ist klar, was getan werden muss. Niemand muss erst davon überzeugt werden, dass das Badezimmer „wirklich schmutzig“ ist.
Und auch für diejenigen, die Schmutz weniger schnell wahrnehmen, gilt:
Einmal vereinbarte Aufgaben sollten erledigt werden – unabhängig davon, wie man selbst den Zustand gerade empfindet.
Wer macht was? Aufgaben fair verteilen
Sind die gemeinsamen Standards festgelegt, folgt die nächste wichtige Frage: Wer übernimmt welche Aufgaben?
Dabei muss es keineswegs darum gehen, dass alle exakt gleich viel machen. Ein fairer Haushaltsplan berücksichtigt vielmehr, wer wie viel Zeit hat, welche Tätigkeiten übernehmen kann und was den einzelnen Personen vielleicht besonders leichtfällt oder sogar Spaß macht.
Wer viel arbeitet, kann beispielsweise weniger regelmäßige Aufgaben übernehmen. Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, übernimmt vielleicht häufiger das Staubsaugen. Dafür kümmert sich jemand anderes um Einkäufe, Wäsche oder den Garten.
Auch persönliche Bereiche sollten möglichst in der eigenen Verantwortung bleiben: Das eigene Zimmer muss nicht von den anderen Generationen kontrolliert werden. Bei gemeinsam genutzten Räumen gelten dagegen die gemeinsam vereinbarten Regeln.
Lieber klare Zuständigkeiten als ständige Erinnerungen
Besonders wichtig ist, dass die Verantwortung nicht bei einer Person hängen bleibt. Denn es ist wenig hilfreich, wenn eine Person ständig feststellen muss, was zu tun ist, und anschließend die anderen daran erinnert.
Besser sind klare Zuständigkeiten: Wer für eine Aufgabe verantwortlich ist, behält sie selbst im Blick.
So wird aus „Du hast schon wieder nicht geputzt!“ eine viel sachlichere Situation: „Das Bad ist deine Aufgabe.“
Das klingt vielleicht weniger familiär – sorgt aber gerade im Familienleben häufig für deutlich mehr Frieden.
Drei Generationen, ein Haushalt – und ein bisschen Toleranz
Ein Mehrgenerationenhaushalt wird vermutlich niemals so aussehen, wie ihn sich jede einzelne Person wünschen würde. Das muss er auch nicht.
Wer gemeinsam lebt, muss nicht bei jeder Kleinigkeit einer Meinung sein. Entscheidend ist, dass es einen gemeinsamen Rahmen gibt, an den sich alle halten. Innerhalb dieses Rahmens darf dann durchaus jeder seinen eigenen Umgang mit Ordnung und Sauberkeit haben.
Denn am Ende geht es beim Putzen nicht darum, wer am ordentlichsten ist oder besonders glänzend putzt. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, Rücksicht aufeinander zu nehmen und die Hausarbeit so zu verteilen, dass sie nicht dauerhaft an einer einzigen Person hängen bleibt.
Wer in einem Mehrgenerationenhaushalt gemeinsam Regeln und Zuständigkeiten vereinbart, sollte sich auch daran halten. Denn genau das macht aus unterschiedlichen Vorstellungen von Sauberkeit einen funktionierenden gemeinsamen Haushalt.


