Da geht ein Stück Freiheit flöten

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Vom Leben ohne Auto – auf dem Lande

carsharing brandenburg

Auch wenn ich gern Rad fahre, muss ich zugeben: Manchmal ist ein Auto einfach praktischer.

Ja, es geht – und es geht erstaunlich gut ohne Auto. Bevor wir von Berlin in die brandenburgische Provinz zogen, zermarterten wir unser Hirn, ob wir ein zweites Auto benötigen würden. Und wenn wir gerade einmal nicht darüber nachdachten, so erinnerten uns Freunde und Familie daran: „Jetzt braucht ihr aber noch ein Auto!“ Schließlich verfügt man auf dem Lande nicht mehr über den Luxus kurzer Wege. Um von A nach B zu kommen muss man daher ein Vehikel haben.

Mein Mann pendelt täglich zur Arbeit. Er hat unser Auto daher von früh bis spät in Beschlag. Ich hingegen arbeite im Home Office und muss sehen, wie ich ohne Auto zurechtkomme…

Tatsächlich komme ich ohne Auto erstaunlich gut klar. Ich hatte zuvor wirklich große Bedenken, doch nun weiß ich: Mobil bin ich auch mit dem Fahrrad. Kein Witz.

Machen wir doch mal eben den Realitätscheck:
  • große Einkäufe kann ich nicht mit dem Rad erledigen. Aber: Dafür bestelle ich mittlerweile fast alles online und lasse mich beliefern. Ob Gartenpflanzen, Drogerieartikel, Medikamente aus der Online-Apotheke (zum Beispiel aus der Apotheke Dortmund) oder Einrichtungsgegenstände für unser neues Haus: Es gibt nichts, was es nicht online gibt. Vorteil: Ich brauche mich von Staus oder fehlenden Parkplätzen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Die Versandkosten sind i.d.R. nicht teurer als der Sprit, den man fürs Selberfahren ausgeben müsste.
  • Meine Kinder könnte ich sogar zu Fuß aus der Schule und dem Kindergarten abholen, so nahe sind beide Bildungseinrichtungen gelegen.
  • Etwas weiter weg befinden sich die Vereine, in denen die Kids ihre Freizeit verbringen. Erreichbar sind sie dennoch mit dem Fahrrad. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Kinder nicht wirklich gerne radeln 🙁 Auch blöd: Wenn es regnet, fallen diese Dinge buchstäblich ins Wasser. Auch im Winter dürfte es sich schwierig gestalten, weitere Strecken mit dem Rad zu fahren.
  • Alte Freunde in Berlin zu besuchen, wird ohne Auto tatsächlich langwierig und unerfreulich. Zwar gibt es einen Regionalbahnhof, der mit dem Fahrrad gut erreichbar ist. Doch wir müssen mindestens zweimal umsteigen, um im alten Viertel anzukommen. Dabei gehen leicht zwei Stunden drauf. In eine Richtung. Mit dem Auto brauchen wir nicht einmal halb so lange – wenn wir nicht im Stau stecken bleiben.

Ganz ohne Auto geht es nicht. Obwohl ich oft und gerne Fahrrad fahre, wird mir dieser Umstand mehr und mehr bewusst. Dennoch schrecke ich vorm Kauf eines Zweitwagens (noch) zurück. Es muss doch noch eine andere adäquate Lösung geben.

Ist Carsharing die Lösung?

Carsharing Brandenburg: Eine Antwort auf die Mobilitätsfrage sah ich stets im Carsharing. Hier stellt ein Unternehmen eine ganze Flotte an Autos bereit, die von den Mitgliedern dieses Service gegen eine Gebühr ausgeliehen werden können. Dazu muss man nicht extra bis zu einem Autohaus irgendwo am Stadtrand fahren. Nein, die Carsharing-Atos stehen überall in der Stadt herum – und man kann sie auch überall wieder abstellen. Zu dumm, dass dieser Service eben nur in Städten angeboten wird, genaugenommen in Großstädten.

Der Preis mag recht hoch sein (ca. 2-3€/Stunde), hinzu kommt oft noch eine Grundgebühr und eine Anmeldegebühr. Vergleicht man diese Kosten jedoch mit jenen, die der Kauf und die Haltung eines eigenen Autos verschlingen, wird schnell klar: Wenn man ein Auto wirklich nur hin und wieder benötigt, ist Carsharing definitiv die günstigere Lösung. Keine Kfz-Steuer, keine Versicherungen, keine Wartungs- und Reparaturkosten und sebstverständlich muss das Auto nicht erst gekauft werden.

Mütter ohne Auto haben Seltenheitswert

In der Provinz, wo man dank einer Unterversorgung an öffentlichen Verkehrsmitteln Carsharing tatsächlich benötigt, wird es jedoch nicht angeboten. Jedenfalls nicht von den großen kommerziellen Carsharing-Anbietern. Wenn ich mir ein Auto leihen wollte, müsste ich bis nach Potsdam fahren – und es später auch dorthin zurückbringen. Solche Dienste nennt man „stationsgebunden“, weil man das geliehene Auto doch nicht irgendwo abstellen kann. Für mich würde das bedeuten, ein Auto den gesamten Tag lang mieten zu müssen. Das wiederum hat seinen Preis, der die Gebühren fürs Carsharing selbstverständlich bei Weitem übersteigt.

Noch setze ich auf Mitfahrgelegenheiten: Wenn Sohnemann keine Lust aufs Radeln hat, nimmt jemand anders ihn mit zum Fußballtraining. Außer mir gibt es nämlich kaum Mamas ohne Auto. Verständlich: Mit Auto ist man i.d.R. schneller am Ziel, man sitzt bequemer, ist flexibler und ja, auch freier. Wirklich schade, dass es keine echten Alternativen zum Zweitwagen gibt. Jedenfalls nicht auf dem Lande.


Mobil ohne Auto – und das auf dem Lande!: Welche Erfahrungen habt ihr dazu gesammelt? Habt ihr Tipps, wie man auch ohne Auto flexibel bleibt? Oder wisst ihr sogar, wie privates Carsharing funktioniert?

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