Eine Putzhilfe schaut hinter die Fassade

Vor- und Nachteile einer Haushaltshilfe

Putzen strengt an und wird selten gedankt. Dass Wohnung oder Haus aufgeräumt und sauber sind, gehört sich schließlich so. Also haben die Bewohner dafür zu sorgen, auch wenn es schmerzlich ist, die spärliche Freizeit dafür zu opfern. Eine Haushaltshilfe zu engagieren, die die eigenen Räumlichkeiten reinigt, ist daher eine naheliegende Überlegung. Bereits vor zehn Jahren gaben 11% der Befragten in Deutschland an, eine Putzfrau im privaten Haushalt zu beschäftigen (siehe statista.com). Man kann davon ausgehen, dass der Anteil mittlerweile gestiegen ist.

Die Vorteile einer Haushaltshilfe liegen auf der Hand:

  • Die Zeit, die man fürs Putzen aufwenden müsste, kann man anderweitig nutzen.
  • Auch den Frust, sich mit PartnerIn oder Kindern um die Aufgabenverteilung beim Aufräumen und Saubermachen streiten zu müssen (insbesondere bei Nichteinhaltung…), erspart man sich.
  • Eine Reinigungskraft geht beim Putzen professionell vor: Wohnung bzw. Haus sehen ordentlicher und schöner aus, als wenn man selber putzt.
  • Wer einen guten Draht zur Haushaltshilfe hat, engagiert sie überdies für weitere Dienstleistungen wie Babysitten oder als Urlaubsvertretung. Ihr kann man den Wohnungsschlüssel anvertrauen, damit sie zum Beispiel die Blumen gießt oder sich um die Katze kümmert, wenn man länger nicht zu Hause ist.

Nicht jeder empfindet die folgenden Nachteile:

Trotzdem kenne ich so einige Gutverdiener, die trotz Vollzeitjobs lieber keine Reinigungskraft in Anspruch nehmen. In ihren Augen überwiegen die Nachteile, allen voran:

  • Eine Haushaltshilfe erhält Einblick in die intimsten Bereiche des Auftraggebers. Dem ein oder anderen ist es peinlich, wenn nicht nur die Betten aufgeschüttelt werden, sondern auch noch der Schlafanzug zusammengelegt wird und die Stinkesocken aufgesammelt werden. Weiterhin erhält die Putzfrau u.U. Einblick in deine Kosmetika (Hämorrhoiden-Salbe…) sowie das Medikamentenschränkchen, vielleicht sogar in deine Korrespondenz, sofern du sie offen herumliegen lässt. Und beim Aufräumen kommen mit Sicherheit noch ganz andere Dinge ans Licht, die so mancher gerne unter Verschluss halten würde. Umso besorgniserregender, dass man nicht von jeder Haushaltshilfe Verschwiegenheit erwarten kann, nachzulesen in einem Buch namens: Unter deutschen Betten: Eine polnische Putzfrau packt aus.

Allerdings sind derartige Bedenken in unserer heutigen mitteilungsbedürftigen Gesellschaft eigentlich schon wieder total oldschool.

  • Doch auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen, obwohl der Stundenlohn für eine Haushaltshilfe vergleichsweise niedrig ist: Der Mindestlohn für eine private Putzkraft liegt bei 9,15 Euro pro Stunde. Je größer die Wohnfläche und je höher der Putzaufwand, desto länger braucht eine Reinigungskraft natürlich, um die vereinbarten Aufgaben abzuarbeiten. Man sollte schon mit mindestens drei Stunden pro Putzeinsatz rechnen. Hinzu kommt oft eine Aufwandsentschädigung für den Fahrtweg sowie ggf. Pauschalbeiträge bei der Minijob-Zentrale, wenn die Haushaltshilfe auf Minijobbasis arbeitet.

Wie stellt man eine Putzkraft legal an?

  • In welchem Arbeitsverhältnis eine Haushaltshilfe engagiert wird, entscheidet nicht nur der Kunde. Natürlich möchte auch die Putzkraft selbst ein Wörtchen mitreden. So empfinden es Auftraggeber mitunter als schwierig, auf einen Nenner zu kommen: Viele Haushaltshilfen arbeiten gerne schwarz, weil sie so keine Steuern entrichten müssen. Für den Auftraggeber ist es hingegen oft am einfachsten, wenn er seine Haushaltshilfe auf Minijobbasis arbeiten lässt. Das wiederum stört die ein oder andere Haushaltshilfe, weil so nicht mehr als 450,00 Euro im Monat verdient werden dürfen, ein Gehalt, von dem kein Mensch leben kann.

Klar ist, dass die wenigsten Menschen sich aus reinem Luxus eine Haushaltshilfe gönnen. Stattdessen spielen die meisten erst dann mit dem Gedanken, wenn sie sich überfordert fühlen, den Job, die Familie und dann auch noch den Haushalt unter einen Hut zu bekommen. Dann nämlich kann man wirklich jede Hilfe gebrauchen und sieht vermutlich gern über die vermeintlichen Nachteile einer Haushaltshilfe hinweg.

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