Alles so weiß hier: Beeinflusst vom Skandinavischen Wohnstil

Mein weißer Schrank, meine weiße Wand und mein weißer Teppich

Skandinavischer Wohnstil

Skandinavischer Wohnstil präsentiert sich zurückhaltend

Es muss ein Tick sein, der seit zwei, drei Jahren Besitz von mir ergriffen hat. Seitdem lege ich mir nur noch weiße Möbel zu – oder male alle alten Möbel, die mir zu bunt oder zu dunkel erscheinen, weiß an. Ich ertrage es nicht, wenn Möbel Farbe haben. (Übrigens, wer wissen will, was beim Bemalen von Schränken zu beachten ist, der lese hier weiter>>)

weisses-regal

Schon wieder etwas weiß gestrichen: Diesmal musste das Kinderzimmerregal dran glauben (vorher war’s grün)

Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich nehme ich eine Modeerscheinung allzu ernst, den Skandinavischen Wohnstil nämlich.

Selbst die Farbe der Möbel ist letztlich ja dem Zeitgeist unterworfen. Weiß, diese Nicht-Farbe, liegt gerade im Trend. Und obwohl ich selten Trends hinterherlaufe, hat sich mein Geschmack dem Zeitgeist angepasst. Ich habe eine Modeerscheinung peu à peu in mein Leben integriert. Da hält man sich stets für wahnsinnig individuell und muss dann sowas feststellen, oje.

Ganz in Schwarz-Weiß: der Skandinavische Einrichtungsstil

Vielleicht hätte ich den Weiß-Trend sogar für den Ausdruck meines eigenen, persönlichen Stils gehalten, wenn ich nicht den Blog-Post von Maryleen auf 4 Nordlichter>> gelesen hätte. Dort beschreibt die Wahl-Dänin nämlich den Schwarz-Weiß-Hype der Skandinavier. Hier darf höchstens mal ein Grau im Teppich die Stringenz der strengen Farbgebung durchbrechen.

Klar, Weiß verspricht viel Helligkeit, was sich mit Sicherheit positiv aufs Gemüt niederschlägt. Doch wäre in unserer Wohnung wirklich alles weiß gestrichen – sogar die Bodenbeläge(!), würde ich die Wohnatmosphäre als zu steril empfinden. Und unpersönlich. Ja, vielleicht auch langweilig.

Ich bin hin- und hergerissen: Wandmalereien

Im Gegensatz zu den Möbeln mag ich Farbe an den Wänden. Komischerweise. Zumeist setzt sich hier allerdings mein Mann durch, der sich wiederum vor bunten Wänden gruselt. Ich muss zugeben, so richtig geheuer sind mir knallbunte Wände auch nicht. Unsere Vormieter zum Beispiel haben unsere Küche in zartem Apricot gestrichen. Sieht ein bisschen fleischfarben aus und liegt gerade voll im Trend. Ich finde es trotzdem hässlich.

Im Flur hingegen haben sie zu einer Farbe gegriffen, die man als Laie gar nicht als richtige Farbe bezeichnet hätte: Taupe. Das ist eine Mischung aus Grau und Braun. Klingt erstmal komisch, wirkt schlussendlich aber sehr naturverbunden und gemütlich. In den fünf Jahren, die wir nun in unserer Wohnung leben, hat uns tatsächlich noch nie ein Gast auf diese Wandfarbe angesprochen. Alle scheinen sie als einladend und ganz natürlich wahrzunehmen.

Nun steht der Umzug ins Haus bevor. Mein Mann hat sich durchgesetzt und alle Wände weiß gestrichen. Nicht Elfenbein- oder Perlweiß, nein, knallhartes Titanweiß hat er verwendet. Damit es richtig in den Augen brennt, wenn die Sonne ins Haus scheint…

Unsere Fußböden sind übrigens sandfarben, also auch nicht gerade dunkel. Ich weiß, das schreit geradezu nach einem Bruch. Doch wie setze ich den um, ohne gleich alle Wände neu zu streichen?

Manche Farben sind so spießig, und dennoch schön!

farbkartenBei den Kindern war ich rigoros. Denen habe ich im Baumarkt alle möglichen Farbkärtchen unter die Nase gehalten. Letztlich haben sie sich – ganz konservativ – für Rosa und Blau entschieden. Natürlich werden auch die Kinderzimmer nicht knallig. Jeweils nur eine Wand habe ich gestrichen.

Ja, ich habe dem Rosa zugestimmt, denn ich mag Rosa. Ich mochte diese Farbe schon immer. Solcherlei Vorlieben dürfen heutzutage ja nicht mehr laut ausgesprochen werden (siehe „Pink stinks“), doch ich stehe dazu. Auch wenn die Leute lachen oder die Nase rümpfen: Die Wand bleibt rosa. So lange, bis Töchterlein sich anders entscheidet.

Für die Angsthasen unter den Einrichtern: Wandtatoos

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Albtraum des Bildungsbürgertums: Die rosa Wand

Was die Zimmer der „Großen“ angeht, so muss ich mir Alternativen überlegen. Zunächst dachte ich an farbige Muster, die man mit Hilfe einer Schablone aufträgt. So kann das ewige Weiß doch optimal aufgelockert werden!

Doch Schablonenmalereien haben einen gewaltigen Nachteil: Wenn sie nicht mehr gefallen, muss man die ganze Wand neu streichen. Das wiederum macht viel Arbeit. Hier spricht das Faultier in mir…

Eine Freundin brachte mich auf die Idee, Wandsticker bzw. Wandtatoos zu verwenden. Die kann man nämlich wieder abziehen, wenn man genug von ihnen hat – oder sich schlicht neu einrichten möchte.

Ich denke, das werde ich ausprobieren. Ich habe schon mal geschaut, was die Online-Shops im Repertoire haben. Fündig geworden bin ich allerdings noch nicht. Irgendwie sind mir die Motive bislang zu kitschig. Alles so geschwungen, ornamenthaft oder mit „Lebensweisheiten“ versetzt…

Falls ich doch noch Sticker finde, die mir gefallen, werde ich Fotos posten! Ich halte euch auf dem Laufenden:

Update 2016: Ich habe tatsächlich einen riesengroßen“Sticker-Baum“ gefunden, sehr künstlerisch, voller bunter Blätter, mit kleinen Vögeln und Schmetterlingen – ein Traum. Allerdings hat er nicht an der Wand gehalten. Nach einem Tag hat er sich „abgerollt“. Daraufhin habe ich ihn wieder festgeklebt, doch er hielt nicht. Und das, obwohl wie keine Tapete verwendet haben, sondern unsere Wandfarbe direkt auf die Wände gepinselt haben. Unsere Nachbarn haben übrigens ähnliche Erfahrungen gesammelt. Fazit: Auf Wandsticker als Gestaltungselement müssen wir verzichten. 🙁

LG Anne!!!

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