Farbe bekennen!

#MitmachMittwoch No. 22: Wie viel Farbe lasst ihr zu? [#Farbgestaltung Wände]

farbgestalung wändeIn meinem Artikel über den Skandinavischen Wohnstil>> vor ein paar Tagen habe ich über meine eigene Mutlosigkeit hinsichtlich der Farbgestaltung meiner Wände geschrieben. Nun möchte ich eure Meinung dazu einholen!

Einem wohngestalterischen Angsthasen wie mir kommt der Skandinavische Wohnstil wirklich sehr entgegen. Kreativ muss ich bei der Wohnungseinrichtung auch nicht ans Werk gehen: Man lässt einfach alle Wände weiß, die Decken sowieso. Bei den Möbeln greift man selbstverständlich auch zur Nicht-Farbe. Die wird höchstens durch ein paar Grau- und Schwarzelemente aufgelockert.

Nicht irgendeine Farbe, nein, ein ganzes Farbkonzept für die Wohnung muss her!

Tatsächlich bin ich genau so vorgegangen, als ich mein neues Haus hergerichtet habe: Wände weiß, Möbel weiß – weiß, wohin das Auge blickt. Dabei hätte ich schon gern mehr Farbe im Haus, traue mich aber nicht so recht und bin auch unschlüssig, zu welcher Farbe ich greifen soll.

Deshalb habe ich mir sogar Bücher zum Thema „Farben in der Wohnraumgestaltung“ durchgelesen. Ich wollte meine eigene Skepsis überwinden. Unglaublich: Diese wurde durch die Bücher aber noch verstärkt! Denn die Leute vom Fach (Inneneinrichter, Designer) sprechen stets vom „Farbkonzept“. Das heißt nichts anderes, als dass man alle Einrichtungsgegenstände, Dekoration, Gardinen/Vorhänge, Böden die Wandfarbe und die Lichtgestaltung(!) aufeinander abstimmen soll. Boah, das übersteigt definitiv meine Kompetenzen!

Mir ist zwar bewusst, dass ich nicht zu viele unterschiedliche Farben in einem Raum verwenden sollte (Farbpsychologen sprechen von maximal 3 Farben), aber ob es letzten Endes dann wirklich so kommt, daran zweifle ich.

So ein Farbkonzept bedeutet übrigens das Ende aller Spontankäufe. Man muss sich schließlich vorm Kauf immer den Kopf darüber zerbrechen, ob das jeweilige Teil überhaupt zum Rest der Einrichtung passt. Na ja, das kann man auch positiv betrachten 😉

Dann also doch lieber Weiß? Hier kann man wenigstens nichts falsch machen…

Was Farben bedeuten und wie sie wirken

Nicht zu vergessen, dass jede Farbe anders wirkt – und dabei auch noch aufs Gemüt schlagen kann! Da mag man vielleicht Blau und Grün am liebsten, darf aber das eigene Zimmer nicht in diesen Farben streichen, weil man ein verträumter Typ ist. Diese Farben regen nämlich zu noch mehr Träumereien an. Womöglich träumt man dann den ganzen Tag, anstatt zu arbeiten 😉 !

Übrigens: Die Bedeutungen bzw. Wirkungsweisen der Farben, die ich recherchiert habe, können wieder variieren, je nachdem welche Nuancen man wählt…

Andererseits sieht ein dunkles Blau in Kombination mit Weiß sehr edel aus, finde ich. Oder maritim. Je nachdem, welche Assoziationen man hat. Die wiederum spielen ja auch eine Rolle. Puuhh.

Dann doch lieber Gelb. Diese Farbe soll nämlich anregend wirken, gerade was geistige Tätigkeiten anbelangt. Außerdem fördert Gelb die Konzentration und wirkt sich positiv aufs Gedächtnis aus. Es eignet sich also perfekt fürs Arbeits- oder Kinderzimmer.

Interessant: Gelb fördert auch das Gespräch. Deshalb kann man es ruhig dort verwenden, wo man Gäste empfängt. Allerdings macht es angeblich auch Lust auf Sex. -Mit den Gästen? Hm, da muss man wohl abwägen…

Weiter geht’s mit Rot, einer warmen und kraftvollen Farbe: Rot werden unheimlich viele Eigenschaften zugeordnet. So sei es bspw. zu anregend fürs Schlafzimmer und sollte generell nur sparsam eingesetzt werden.

Rot wirke appetitanregend, fördere jedoch auch die Unruhe und mache gereizt. Andererseits wirken rote Räume wärmer und führen evtl. dazu, Heizkosten zu sparen…

Lila finde ich persönlich spannend, besonders die sehr dunklen Auberginetöne! Nun ja, dann habe ich gelesen, dass die Farbe einen passiv macht, den Appetit und die Lust auf Sex hemmt. Dafür wirkt Lila aber feierlich und eignet sich daher zum Beispiel für Räume, in denen man mit Gästen zusammentrifft.

Da ich ebenfalls eine Vorliebe für Rosa habe, war ich natürlich besonders gespannt auf die Eigenschaften der „Mädchenfarbe„. In der Schule hatte ich ja mal gelernt, dass vor allem geistig minderbemittelte Menschen auf Rosa stehen, was mich damals echt bestürzt hat und dazu führte, dass ich Rosa erstmal komplett aus meinem Farbvokabular gestrichen habe.

Offenbar ist diese negative Zuschreibung mittlerweile überholt. Jetzt heißt es jedenfalls, dass Rosa etwas für sinnliche Genießer ist, hihi. Doch – wer hätte es gedacht? – die Farbe kommt bei Männern nicht so gut an.

An der Wand wirkt Rosa hell und freundlich. Die Farbe eignet sich (farbpsychologisch) für alle Räume, in denen Freunde und Familie zusammenkommen. Theoretisch. Daran scheitert jedoch unsere traditionelle Vorstellung…

Tatsächlich habe ich eine Wand im Haus in Altrosa gestrichen, muss aber zugeben, dass mir das Ergebnis nicht zu 100% gefällt. Rosa allein wirkt einfach zu lasch, finde ich. In Kombination mit den Möbeln wird es dann hoffentlich noch einmal einen anderen Effekt haben.


Nachtrag: Nicht einmal drei Wochen sind vergangen, nachdem wir unser Haus bis auf zwei Wände Titanweiß gestrichen haben. Im Prinzip sind alle Räume bis auf die Kinderzimmer knallweiß. Das wirkt hell und einladend. Außerdem passt Weiß zu allen Möbeln und ist als Hintergrund für Bilder (von denen wir viele haben) ideal.

Mittlerweile stelle ich jedoch einen wirklich signifikanten Nachteil der weißen Wand- und Deckenfarbe fest: Man sieht darauf jeden noch so kleinen Schmutzfleck. Kaum berühren die Kinder mal die Wand, hinterlassen sie Fingerabdrücke. Besonders im Eingangsbereich sieht es aus, als würden wir hier schon seit Jahren wohnen… Doch das liegt nicht (nur) an den Kindern: Ich selbst brauche nur einen Nagel in die Wand schlagen, mich kurz abstützen und schwupps ist es dort gleich ein wenig dunkler als vorher. Dabei sind meine Hände sauber, dachte ich…

Für mich steht fest: Bei der nächsten Renovierung werden die Wände grau oder braun oder… jedenfalls irgendwas Schmutzneutrales! Und den Farbroller werde ich nicht noch einmal schwingen. Das dauert viel zu lange und geht auf die Arme. Wenn die nächste Renovierung ansteht, probiere ich ein Farbsprühsystem als Alternative zum Streichen aus.

Somit erübrigt sich dann auch das Nachdenken über die psychologischen Merkmale einer Farbe bei der Farbgestaltung meiner Wände. 😉

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