Innenwände nachträglich einbauen: So geht’s

Foto: Welcomia/Freepik

Räume trennen mittels Trockenbau

Große Räume liegen im Trend. So werden von Baufirmen fast nur noch Häuser mit Wohnküche angeboten, statt Wohnzimmer und Küche zu trennen. Oftmals vereint ein Raum neben Küche und Salon sogar noch den Schlafbereich. Das mag leicht und luftig aussehen, entspricht jedoch nicht immer den Ansprüchen einer Familie.

Zudem können sich die Anforderungen an das Zuhause und seinen Raumbedarf im Laufe der Zeit ändern. Um nicht gleich umziehen zu müssen, können Haus oder Wohnung jedoch relativ unkompliziert mit Innenwänden in Trockenbauweise neu strukturiert werden. Doch was ist Trockenbau eigentlich?

Wie die Wand im Trockenbau entsteht

Wie der Name andeutet, wird beim Bau von Trockenbauwänden auf den Einsatz wasserhaltiger Baustoffe (zum Beispiel Mörtel) verzichtet. Insofern unterscheiden sie sich erheblich von Ziegelwänden, die gemauert werden müssen.

Damit die Wände trotzdem haltbar sind, werden entweder Gipskartonplatten auf Metallständern verankert oder Grobspanplatten auf Holzständern. Letzteres ist in Deutschland eher unüblich. Hierzulande greift man lieber auf Gipskarton (auch Rigips genannt) zurück.

Aufbau einer Innenwand in Trockenbauweise

Die Ständer sind in der Regel beidseitig, je nach Schall- und Brandschutzanforderungen, mit ein bis drei Lagen Gipskarton- oder Gipsfaserplatten beplankt. Für einen guten Schallschutz sind die Hohlräume zwischen den Ständern mit einem Dämmstoff aus beispielsweise Holzfasern oder Mineralwolle gefüllt.

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Die so entstandene Innenwand ist recht dünn, nimmt also wenig von der vorhandenen Wohnfläche in Anspruch. Weiterhin ist sie so leicht, dass die Geschossdecke, auf der sie steht, nicht verstärkt werden muss. Zwar kann eine Gipskartonwand nicht versetzt werden, sie lässt sich bei verändertem Raumbedarf aber schnell rückstandslos entfernen.

wände nachträglich einbauen

Die Vorteile einer Trockenbauwand

  • kostengünstiger als eine Ziegelwand
  • vielseitig einsetzbar
  • einfache Verarbeitung
  • langlebig, aber trotzdem rückbaufähig
  • leichte und dünne Wände nehmen nur wenig Raum ein
  • keine zusätzliche Baufeuchte

Die Nachteile einer Trockenbauwand

  • nicht tragend (z.B. eine Geschossdecke)
  • geringe Tragfähigkeit für angehängte Lasten
  • empfindlich gegen Schmutz und Abrieb
  • bei der Montage fällt viel Schmutz an, da die Wand vor Ort gebaut werden muss
  • die Montage kostet relativ viel Zeit

Wer es flexibler mag, setzt auf Systemtrennwände. Diese sind nämlich versetzbar, kommen jedoch selten in Privathaushalten zum Einsatz kommen, da sie eher für (Großraum-)Büros konzipiert wurden.

Warum Gipskarton verputzt werden muss

Steht die neue Innenwand, erfüllt sie zwar ihren Zweck, ist aus optischen Gründen jedoch noch nicht ganz fertig. So sind bspw. die Löcher der Schrauben zu sehen und die Übergänge/Fugen zwischen den einzelnen Gipskartonplatten. Damit die Gipskartonwand also nicht mehr als solche zu erkennen ist, sondern aussieht wie eine normale Wand, muss sie zusätzlich mit Spachtelmasse und Putz versehen werden. Erst danach kann sie mit Wandfarbe gestrichen oder tapeziert werden. Ja selbst Fliesen kann man an Gipskartonwänden anbringen!

Die Trockenbauwand dekorieren: Was geht (nicht?)

Da Innenwände aus Gipskarton naturgemäß dünner sind als Ziegelwände, sind sie leider nicht besonders tragfähig. Selbst ein Bild an der Wand aufzuhängen, kann eine Herausforderung darstellen, wenn man nicht auf die richtigen Dübel zurückgreift. So gibt es spezielle Gipskarton- und Hohlraumdübel aus Metall von RS Components und anderen Herstellern, an denen auch schwerere Elemente befestigt werden können. Je mehr Dübel verwendet werden, desto höher wird die Traglast. Trotzdem sollte man abwägen, ob man wirklich einen Hängeschrank an der Trockenbauwand befestigen muss oder sich doch andere Einrichtungslösungen anbieten.

LG Anne!!!

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