Welches Material eignet sich am besten für die Küchenrückwand?

Winter: Man kommt zur Ruhe, verbringt viel Zeit zu Hause – und plötzlich fallen sie einem auf, die vermeintlichen Defizite der eigenen vier Wände. Bis vor kurzem zumindest war ich noch absolut zufrieden mit unserer Inneneinrichtung. Nun jedoch beäuge ich unsere Küche zunehmend kritisch. Genau genommen ist es unsere Küchenrückwand, die ich für verbesserungswürdig halte.

Wir haben uns einst gegen einen typischen Fliesenspiegel entschieden. Stattdessen haben wir unsere Küchenrückwand mit Tafelfarbe gestrichen. Schön schwarz, denn die Möbel sind weiß, was wiederum wunderbar kontrastiert. Soweit, so gut.

Tafelfarbe als Spritzschutz

tafelfarbe als spritzschutz
Aus der Ferne okay: Tafelfarbe als Spritzschutz

Schon beim Streichen wurde mir der erste Nachteil bewusst: Egal wie gut man die Übergänge abgeklebt hat (mit Qualitäts-Malerkrepp), die Farbe franste stets aus. Das lag wohl an ihrer Konsistenz: die Tafelfarbe ist ziemlich flüssig.

Einfach, kostengünstig, aber sehr unpraktisch

Später gesellte sich der nächste Nachteil hinzu: Als Spritzschutz eignet sich die Tafelfarbe leider nicht. Kreide lässt sich zwar prima abwischen, aber Fettspritzer bleiben sichtbar, egal wie oft und intensiv man die Wand säubert.

Meine Erfahrungen mit Tafelfarbe als Spritzschutz sind also nicht allzu gut. Nun quält mich auch noch die Frage, ob man das Zeug jemals wieder von der Wand kriegt. Ich war damals so schlau und habe die Farbe direkt auf die jungfräuliche Wand aufgetragen. Vermutlich muss ich sie früher oder später abschleifen, bevor eine andere Farbe aufgetragen oder tapeziert werden kann.

Tafelfarbe zu überstreichen, stellt angesichts ihrer dunklen Intensität und der darauf befindlichen Fettspuren mit Sicherheit eine Herausforderung dar.

Küchenrückwand in Form eines Fliesenspiegels

küchenrückwand material
Fliesen als Küchenrückwand und Spritzschutz

Ein Fliesenspiegel würde das Überstreichen überflüssig machen. Zudem gibt es Wandfliesen in den unterschiedlichsten Varianten, Größen, Formen und Farben. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sie sind einfach zu reinigen sowie hitze- und wasserbeständig, also das optimale Material in der Küche.

Ein langfristiges Vergnügen

Im Gegensatz zur Tapete oder Wandfarbe hält man oft über Jahrzehnte am Fliesenspiegel fest. Insofern sollte man ein zeitloses Design wählen.

Oft wird moniert, dass sich auf den Fugen zwischen den Fliesen Schmutz ablagert, der sich nicht so einfach entfernen lässt. Tatsächlich können sich die Fugen verfärben. Das kenne ich jedenfalls aus dem Badezimmer, finde es jedoch nicht weiter schlimm. Prinzipiell könnte man sich auch für großformatige Fliesen entscheiden, was die Anzahl der Fugen reduziert.

Auch heißt es in verschiedenen Einrichtungsmagazinen, der klassische Fliesenspiegel habe ausgedient, sei also nicht mehr zeitgemäß. Ob dies der Wahrheit entspricht und – wenn ja – aus welchem Grund, erschließt sich mir allerdings nicht.

Was mich persönlich zögern lässt, ist die Anbringung der Fliesen selbst: Das ist leider nicht so einfach, wie Wände zu streichen – und erfordert m.E. einen Profi. Der Fliesenspiegel in der Küche ist demnach kein Do-it-yourself-Projekt, das man mal eben zwischendurch erledigt. Entsprechend hoch sind die Kosten.

Richtig abschreckend finde ich weiterhin den Gedanken, dass ich alle Möbel, Küchengeräte und die Arbeitsplatte verschieben bzw. abnehmen müsste, damit der Fliesenleger überhaupt erst seiner Arbeit nachgehen kann!

Modern: die Küchenrückwand aus Glas

küchenrückwand aus glas
Glas im Marmor-Look: das Material bietet eine Fülle an Designs

Eine unaufwendigere Lösung bietet da die Küchenrückwand aus Glas. Manchmal wird sie sogar als zusätzlicher Spritzschutz auf den Fliesen hinterm Herd angebracht. Mit einer Glasrückwand habe ich tatsächlich lange geliebäugelt, denn:

  • Auch Laien können sie dank Magneten oder einer speziellen Wandhalterung relativ einfach selbst anbringen
  • Sicherheitsglas ist stabil und hitzebeständig (wobei von der Nutzung in Kombination mit Gasöfen abgeraten wird)
  • Glas ist leicht zu reinigen

Darüber hinaus sind Glasrückwände mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich. Trotzdem sind die Kosten für eine solche Küchenrückwand überschaubar.

Ich denke, wenn man schon eine besondere Wandgestaltung in Form einer hübschen Tapete, Wandfarbe oder unverputzter Steinwände hat, ist ein Spritzschutz aus Glas sogar ideal. Denn dank der Transparenz des Glases bleibt die dahinterliegende Wand gut sichtbar.

Eher ein Spritzschutz als ganze Küchenrückwand

Ein großes Manko stellt allerdings das Format der Glasrückwände dar: Dieses ist einheitlich und variiert nur in wenigen Fällen. Aussparungen für Steckdosen o.ä. sind nicht vorgesehen. Hierfür müsste man extra eine Glaserei beauftragen, was die Kosten wiederum in die Höhe treibt. Insofern kann die Küchenrückwand aus Glas eigentlich nur als lokaler Spritzschutz verwendet werden. Nur in Ausnahmefällen (individueller Zuschnitt vom Glaser) kann die Glasrückwand großflächig in der Küche angebracht werden.

welcher Spritzschutz in der Küche
Welches Material sich als Spritzschutz eignet

Und noch einen Nachteil gibt es: Zwischen der Küchenwand und dem Spritzschutz aus Glas befindet sich eine kleine Lücke. Dies hat etwas mit der Halterung des Glases zu tun (es liegt nicht direkt auf der Wand auf). In dieser Lücke sammelt sich früher oder später natürlich auch Schmutz. Laut Erfahrungsberichten von anderen nisten dort zudem gerne Insekten. Das bedeutet, dass auch die Rückseite des Spritzschutzes hin und wieder gereinigt werden muss – und das ist wiederum mit viel Aufwand verbunden.


Ganz oder gar nicht?

Nachdem ich all das recherchiert habe, blicke ich mit anderen Augen auf meine Tafelfarbenküchenrückwand  – und bin zu dem Schluss gelangt, dass sie gar nicht so schlecht ist. Von weitem sieht sie immer noch gut aus. Die Fettspritzer lassen sich zwar nicht zu 100 Prozent reinigen, aber auf Schwarz sieht man das ohnehin nicht so deutlich.

Eine Küchenrückwand nachträglich zu verändern, ist aufwändig. Es sei denn, man gibt sich mit Kompromissen zufrieden.

LG Anne!!!

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