Wie man Heizkosten senkt – und spart

heizkosten sparen
Foto von Sebastian Sørensen

Richtig heizen: 7 Tipps, um Heizkosten zu sparen

Heizen für eine große Familie verbraucht viel Energie – das verursacht nicht nur große Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid, sondern geht auch ganz schön ins Geld.

Tatsächlich macht das Heizen den größten Anteil am Energieverbrauch in deutschen Haushalten aus. Allgemein gilt: Je effizienter das Gebäude, desto weniger muss geheizt werden. Bauliche Bedingungen wie die Wärmedämmung kann man leider nicht immer beeinflussen – das eigene Heizverhalten dagegen schon. Die Heizkosten in einem Einfamilienhaushalt sind auch vom Verhalten der Bewohner abhängig – bewusstes Heizen und Lüften hilft, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Richtig zu heizen, will also gelernt sein. Die Wohnungsverwaltung GCP macht sich stark für das Einsparen von Energie durch richtiges Heizen. Mietwohnungen bei GCP findest du in ganz Deutschland. Mit unseren Tipps schaffst du rund um die Uhr ein Wohlfühlklima für deine Liebsten – und sparst zur gleichen Zeit Geld und Energie.

1. Die richtige Raumtemperatur

Gerade mit mehreren Personen im Haushalt ist es nicht immer einfach, die optimale Raumtemperatur zu finden, bei der sich alle wohlfühlen. Das Wohlgefühl deiner Familie hängt aber natürlich nicht nur von der Temperatur ab, sondern von der gesamten Raumluft – also auch von der herrschenden Luftfeuchtigkeit sowie der Luftqualität und Luftbewegung in deinem Zuhause.

Trotzdem werden unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit sehr stark von der um uns herrschenden Temperatur beeinflusst. Doch welche Temperatur ist optimal?

Menschen sind gleichwarme Lebewesen, das heißt, sie müssen ihre Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau von 36 bis 37 Grad Celsius halten. Für die Wärmeregulierung besitzt der menschliche Körper verschiedene Mechanismen (beispielsweise das Schwitzen), mit denen er seine „Soll-Temperatur“ aufrechterhält.

Der ideale Temperaturbereich für den Menschen, auch Behaglichkeitstemperatur genannt, liegt bei 20 bis 25 Grad Celsius. In diesem Bereich kann der Körper überschüssige Wärme in der gleichen Geschwindigkeit an seine Umgebung abgeben, wie er sie erzeugt. Daher fühlen sich die meisten Menschen bei diesen Temperaturen am wohlsten.

Aus physiologischer Sicht ist also klar, wie warm ein optimal temperierter Raum sein muss. Allerdings ist das Aufrechterhalten der optimalen Temperatur mit Kosten verbunden, denn die Heizung muss gerade im Winter ganz schön was leisten. Es bleibt also abzuwägen, ob der Unterschied im Wohlgefühl zwischen 21 Grad und 23 Grad Celsius für dich und deine Liebsten so gravierend ist. Der finanzielle Unterschied dagegen fällt häufig hoch aus. Welche Faktoren die Heizkosten typischerweise beeinflussen, erfährst du hier.

2. Pack dich warm ein!

Behaglich kann man sich nicht nur vor einer voll aufgedrehten Heizung, sondern auch in kuschelig warmen Kleidern fühlen. Zieh also lieber einen dicken Pullover an und dreh die Heizung dafür nicht zu sehr auf. Übrigens: Kinder bewegen sich im Allgemeinen mehr als Erwachsene und haben daher ein anderes Wärmeempfinden. Sie brauchen meist weniger Heizungswärme.

3. Richtig lüften

Um Heizkosten zu sparen, solltest du dein bisheriges Heizverhalten prüfen und gegebenenfalls anpassen. Achte aber darauf, es nicht zu übertreiben, denn in zu kühlen Räumen bildet sich schneller Schimmel. Beherzigst du jedoch die folgenden Dos and Dont’s beim Heizen und Lüften, kann Schimmel dir nichts anhaben und du sparst trotzdem.

Rund zwölf Liter Wasser verdunstet ein durchschnittlicher vierköpfiger Haushalt jeden Tag. Damit diese Feuchtigkeit aus den Räumen entweichen kann, sollte man die Räume pro Tag mindestens zweimal für zehn Minuten lüften. Wichtig ist dabei, die Fenster weit zu öffnen – idealerweise sorgt man dabei für Durchzug, sodass die verbrauchte Luft gegen frische gewechselt wird.

Übrigens: Drehe die Thermostate während des Lüftens auf Null, um zu vermeiden, dass die kalte Luft von draußen zum Aufheizen der Heizkörper führt.

4. Richtig heizen

Um Schimmel zu vermeiden, spielt auch die Heiztemperatur eine Rolle. Diese sollte nicht in jedem Raum die gleiche sein – während in Wohnräumen die ideale Raumtemperatur bei rund 20 Grad (Thermostat-Stufe 3) liegen sollte, ist für das Badezimmer eine Temperatur von etwa 23 Grad (Stufe 3 bis 4) zu empfehlen. Im Schlafzimmer und Küche hingegen sind 16 Grad (Stufe 2) ausreichend. In wenig genutzten Räumen wie dem Flur darf es sogar noch etwas weniger sein.

Achte lediglich darauf, dass die Temperatur nicht weniger als 14 Grad beträgt. Wenn du in einer Mietwohnung lebst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Untergrenze auch im Mietvertrag steht. In dauerhaft kalten Räumen oder solchen, in denen die Temperaturen zwischen kalt und warm schwanken, steigt nämlich das Schimmelrisiko. Das liegt daran, dass die Feuchtigkeit an den kalten Wänden kondensiert. Je kühler also ein Raum ist, desto häufiger sollte man ihn lüften.

Unser Tipp: Halte die Türen zu weniger beheizten Zimmern wie dem Schlafzimmer geschlossen. So vermeidest du, dass Wärme und Feuchtigkeit in das kühle Zimmer eindringen und sich Tauwasser auf den ausgekühlten Wänden bildet. Dies hat häufig das Sprießen von Schimmelpilzen zur Folge.

5. Vermeide übermäßiges Heizen

Wer zu viel heizt, senkt zwar das Schimmelrisiko, treibt jedoch die Heizkosten in die Höhe. Auch der eigenen Gesundheit tust du mit übermäßigem Heizen nichts Gutes. Durch das Absinken der Luftfeuchtigkeit belastest du deine Atemwege sowie die Binde- und Schleimhäute. Die Haut reagiert oftmals mit Trockenheit oder unschönen Rötungen und auch das allgemeine Infektionsrisiko kann steigen.

6. Dauergekippte Fenster als Energiefresser

Ja zu Stoßlüften, nein zu Dauerkippen. Der Grund ist, dass der Austausch der Luft bei gekippten Fenstern je nach Raumgröße deutlich länger dauert. Schon eine fünfminütige Stoßlüftung ist wesentlich effektiver als das Fenster eine Stunde auf Kipp zu lassen – bis zu zehnmal mehr Luft wird dabei ausgetauscht. Hinzu kommt, dass beim Kippen die Wände auskühlen und sich so leichter Feuchtigkeit absetzt.

Zu guter Letzt das für das Sparen von Heizkosten wichtigste Argument gegen Dauerlüften: Durch den dauerhaften Wärmeverlust kühlen die Räume zu sehr aus und es ist viel Heizkraft nötig, um sie wieder aufzuwärmen. Dauergekippte Fenster sind also richtiggehende Wärmelecks.

7. Nutze Smart-Home-Produkte

Digitale, programmierbare Thermostate helfen, die Temperaturen im eigenen Zuhause zu senken, wenn man selbst nicht zu Hause ist. Mit den Thermostaten kann man Raumtemperaturen für bestimmte Zeiten festlegen, beispielsweise weniger starkes Heizen für die Zeit, die man auf der Arbeit verbringt. So lassen sich rund 10 Prozent der Heizkosten sparen. Außerdem sind die digitalen Thermostate sehr bequem: Wer in eine warme Wohnung zurückkommen möchte, muss lediglich einstellen, dass die Heizung kurz vor der Ankunft hochheizt. So ist es in den eigenen vier Wänden immer schön warm, wenn man da ist, und man spart zur gleichen Zeit Kosten – ganz, ohne es zu merken.

Doch Achtung: Modern ist nicht immer gleich energieeffizient. Hier erfährst du, dass Häuser auch zu gut isoliert sein können.

Ist Heizkosten sparen auch gut für die Umwelt?

Ja! In den meisten deutschen Haushalten kommen immer noch Technologien zum Einsatz, die für die Wärmeerzeugung auf fossile Energien, also Kohle, Erdöl oder Erdgas, zurückgreifen. Da bei der Energiegewinnung über nicht erneuerbare Quellen jedes Jahr Millionen Tonnen an Abgasen wie CO2 in die Umwelt gelangen, trägt Heizen erheblich zur Luftverschmutzung und Erderwärmung bei.

Nicht nur das Heizen, auch das Herunterkühlen von Räumen belastet die Umwelt. So benötigen Klimaanlagen und Lüfter viel Strom, der immer noch hauptsächlich von nicht-erneuerbaren Ressourcen stammt.

Daraus folgt: Je weniger Maßnahmen nötig sind, um Räume zu heizen oder zu kühlen, desto besser ist das für die Umwelt. Das Aufrechterhalten einer möglichst konstanten Raumtemperatur ist deshalb äußerst sinnvoll.

Wie hoch ist das Einsparpotential?

Was bedeutet das alles für die Energiekosten? Beim Heizen verursacht jedes Grad mehr zusätzliche Kosten von etwa sechs Prozent. Wenn du statt mit 24 Grad mit 20 Grad Raumwärme auskommst, sparst du also etwa 24 Prozent deiner Heizkosten – ein ganz schöner Batzen Geld.

Du möchtest deinen Heizenergieverbrauch prüfen? Hier erfährst du, wie das geht. Hier findest du außerdem Spartipps für den Herbst und Winter. Sparfüchse sollten von Zeit zu Zeit außerdem ihren Tarif überprüfen und mit der Konkurrenz vergleichen. Mit diesen Tipps zum Anbieter-Vergleich lässt sich unter Umständen viel Geld sparen.

Fazit

Die ideale Raumtemperatur hängt von physiologischen, finanziellen und ökologischen Aspekten ab. Wer Geld sparen und außerdem die Umwelt und die natürlichen Ressourcen schützen will, sollte seine Heizkosten im Auge behalten und unter Umständen auf das ein oder andere Grad Celsius verzichten. Der finanzielle Unterschied kann gewaltig sein: Schon nur wenige Grade kühlere Räume bergen ein hohes Einsparpotenzial.

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