Kinder & Medien 3: Fernsehen goes Internet

In meinem gestrigen Post übers Kinderfernsehen habe ich es bereits angedeutet: Vom klassischen Fernsehen halte ich nicht viel. Stattdessen setze ich seit einigen Jahren verstärkt auf Video on Demand und stelle mir mein eigenes Fernsehprogramm zusammen. Wie das funktioniert, erkläre ich im Folgenden:

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Löst Video on Demand das klassische Fernsehen ab?

Noch steht der Fernseher jedenfalls ganz oben auf der Rangliste der meistgenutzten Medien. Laut einer ARD-Studie schauen wir Deutschen 240 Minuten täglich in die Röhre. Das sind sage und schreibe 4 Stunden!

Dabei werden Kinder und Jugendliche zu Unrecht beschuldigt, ewig vor der Glotze rumzuhängen: Sie interessieren sich weit mehr fürs Internet, das sie ebenfalls fast 4 Stunden täglich nutzen. „Nur“ halb so viel Zeit verbringen sie vor dem Fernseher (ca. 2 Stunden). -Und das wahrscheinlich bloß deshalb, weil wir Eltern ihnen das Tablet aus der Hand reißen, hihi.

Wer Tablets nicht bedienen kann, muss aufs klassische Fernsehen zurückgreifen: Kleinkinder sind im Nachteil

Denn seien wir ehrlich: Bei dem, was das Internet an unterschiedlichsten Inhalten bietet, kann das klassische Fernsehen schon lange nicht mehr mithalten. Allerdings profitieren Kinder und Jugendliche erst davon, wenn sie Tablets & Smartphones halbwegs gut bedienen können. Lesen und schreiben zu können, bietet sich da echt an 😉

Kleinkinder müssen nach wie vor „Kika kuck’n“, wenn sie in den Genuss eines Kinderprogramms kommen wollen. Meist wird der Fernseher zu einer bestimmten Uhrzeit angeschaltet, eben dann, wenn das Wunschprogramm läuft.

VoD heißt: Du stellst dir dein Fernsehprogramm selbst zusammen

Der kleine Mediennutzer muss sich also nach dem Programm des Fernsehsenders richten – oder zur Not auch Serien schauen, die ihn gar nicht interessieren. Hauptsache fernsehen. Ich empfinde das als vertane Zeit.

Mehr Flexibilität verspricht Video on Demand (VoD). So der Fachbergriff. Oft werden synonym einfach die Anbieter, zum Beispiel Netflix oder Sky, genannt. Bezahlfernsehen also. Doch selbst dieser Begriff trifft es nicht richtig. Ich vergleiche VoD lieber mit einer Videothek, die sich im Internet befindet.

Wie funktioniert Video on Demand eigentlich?

Genau wie damals, als wir noch in der Videothek verschwanden, um uns einen netten Film für den Samstagabend auszusuchen, betritt man heute online das Film- und Serienangebot der Video-on-Demand-Portale. Youtube ist wohl der bekannteste Anbieter kostenloser Videos. Auch die teils gut bestückten Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender gehören dazu.

Kostenpflichtige Video-on-Demand-Dienste gibt es natürlich auch. Ihr Vorteil: Hier wird der Nutzer nicht mit Werbung konfrontiert. Oft bieten sie ihren Service im Abo an, so dass der Nutzer jederzeit auf das Film- und Serienangebot zugreifen kann.

Einen ausführlichen Bericht über Video-on-demands Plattformen findet ihr auf Netzsieger. Dort wird außerdem zu jedem Anbieter aufgelistet, welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, um VoD nutzen zu können.

Welche Vorteile verspricht VoD? Wo lauern die Fallstricke?

Die Vorteile von Video-on-Demand liegen auf der Hand:

  • keine Werbung
  • individuelles Programm
  • jederzeit abrufbar
  • aktuelle Filme & Serien, die im Free TV noch nicht laufen

Nachteile hat VoD aber auch:

Allerdings gibt es auch Schattenseiten: VoD ist aufwendiger als klassisches Fernsehen. „Glotze an und berieseln lassen“ ist nicht. Als dein eigener Programmdirektor musst du dir dein Programm halt erst einmal zusammenstellen. Wenn man nicht gerade einen bestimmten Film im Sinn hat, muss man eine ganze Bibliothek an Filmen durchforsten – und sich dann irgendwann entscheiden…

Auch die Technik im Hintergrund ist leider selten selbsterklärend:

Wer schon Schwierigkeiten hat, einen DVD-Player zu bedienen, sollte viel Zeit dafür einplanen, das System kennen zu lernen. Bestenfalls wendet man sich gleich an einen Experten.

Für Familien ist VoD eine praktische Alternative zum Fernsehen

Für Familien lohnt sich der Mehraufwand trotzdem. Schließlich haben Eltern so die volle Kontrolle übers Programm. Die verpasste Lieblingsserie lässt sich genau dann nachholen, wenn die Kinder Zeit dafür haben. Auch wer Filme gern im Originalton schaut, wird sich bei VoD-Anbietern gut aufgehoben fühlen.

Werbeunterbrechungen – nicht nur in der Vorweihnachtszeit supernervig – müssen nicht mehr zähneknirschend in Kauf genommen werden.

Darüber hinaus laufen einige (Kinder-)Programme überhaupt nicht im Fee TV, zum Beispiel wenn sie von den jeweiligen Sendern wieder abgesetzt wurden. Diese lassen sich per VoD einfach wieder hervorkramen. Hier ist allerdings eine vorherige Recherche angebracht, welche Dienstleister welche Serien/Filme im Angebot haben. Das Programm unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter!


Einfach irgendwelchen Schrott gucken, weil gerade nichts Besseres läuft, gehört mit VoD jedenfalls der Vergangenheit an.

LG Anne!!!

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