Tapetenwechsel zum Wochenende

freizeitgrundstück
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Mittels Freizeitgrundstück die Vorzüge von Stadt und Land kombinieren

Auch wenn immer öfter der Eindruck entsteht, dass eine regelrechte Stadtflucht eingesetzt hat, gibt es genug Menschen, die das urbane Leben schätzen. -Sei es wegen der Nähe zu Kultur und Arbeit oder auf Grund gewachsener Freundschaften, die man nicht aufgeben möchte: das Leben in der Stadt bietet so manch einen Vorteil.
Außerdem: Nicht jeder kann oder möchte sich ein Haus mit Garten leisten.

Das naturnahe Wochenendgrundstück für den Mini-Urlaub nutzen

Um an den Wochenenden trotzdem im Grünen ausspannen zu können, bietet sich deshalb ein Freizeitgrundstück an. Im Gegensatz zur Datsche in der Kleingartenkolonie wird dieses nicht gepachtet, sondern i.d.R. gekauft. Besonders beliebt sind Grundstücke, die sich nahe der Stadt befinden, also gut zu erreichen sind. Dennoch – und das klingt paradox – sollten sie sich in ruhiger Lage befinden, möglichst abgeschieden in der Natur.

Nicht Teil eines Kleingartenvereins mit all seinen Verpflichtungen zu sein, bildet dabei nicht den einzigen Reiz des Wochenendgrundstücks. Darüber hinaus bewirtschaftet man keine kleine Parzelle, die eingekesselt zwischen vielen anderen Parzellen liegt. Ein Freizeitgrundstück verspricht einfach mehr Individualität, Ruhe und Seelenfrieden.

Welche Probleme entstehen können

Dass man auf einem Freizeitgrundstück nicht seinen Hauptwohnsitz anmelden darf, liegt auf der Hand. Immerhin gibt es sonst keine Einschränkungen: Wie oft und lange man sich auf seinem Grundstück aufhält, bleibt einem selbst überlassen.

In den meisten Fällen darf auch ein Wochenendhaus (Ferienhaus, Gartenhaus, Hütte) errichtet werden (falls noch nicht vorhanden). Hier sollte der Interessent vorm Kauf die jeweilige Behörde kontaktieren, um genau zu klären, welche Bauvorschriften es gibt.

Jedes Bundesland regelt die Bauvorschriften für Freizeitgrundstücke anders, sie ähneln einander allerdings. Hier ein Beispiel für ein Bauvorhaben in Brandenburg.

Und wie sieht es aus mit Gas, Wasser Strom?

Darüber hinaus sollte man sich informieren, welche Anschlüsse vorhanden sind. Viele Freizeitgrundstücke verfügen zum Beispiel über einen eigenen Brunnen, also Zugang zum Grundwasser. Das ist insofern praktisch, als der Garten – falls man vorhat, einen anzulegen – problemlos bewässert werden kann.

Oft fehlt allerdings eine Abwasserleitung. Tatsächlich gibt es in vielen Datschen und Gartenhäusern nur Plumpsklos.
Eine eigene Anbindung an die öffentliche Kanalisation ist bei Neubauten zwar Pflicht, lässt sich bei Freizeitgrundstücken jedoch nicht immer realisieren. Denn um einen Wasseranschluss zu legen, muss sich das Grundstück an einer Straße befinden, die über eine Kanalisation verfügt.

Auch eine Stromversorgung ist nicht immer gewährleistet. Dieses Problem lässt sich glücklicherweise einfach lösen, indem man zum Beispiel eine Photovoltaikanlage installiert. Da die Strahlungsleistung der Sonne in den Wintermonaten geringer ausfällt, dürfte der Stromertrag nicht mehr ausreichen, um zum Beispiel eine elektrische Heizung (Infrarotheizung) in Gang zu halten. Insofern ist das Ferienhaus von November bis April nicht mehr bewohnbar. -Es sei denn, man heizt mit Hilfe einer Gasbrennwerttherme. Für diese wird jedoch ein Gasanschluss benötigt – ebenfalls sehr unwahrscheinlich auf einem Freizeitgrundstück.

Raus aus der Komfortzone!

Alternativ kann man im Winter auch auf einen Kamin zurückgreifen. Selbst wenn dieser nur einen Raum erwärmt, ist er vergleichsweise einfach zu installieren. Zudem ist er wesentlich günstiger als eine richtige Heizanlage.

Ein Wochenendhaus auf einem Freizeitgrundstück bietet selten denselben Komfort wie eine Wohnung in der Stadt. Aber das muss es auch nicht. Schließlich wohnt man nicht durchgängig dort. Und für die Ferien kann man es ja als kleines Abenteuer begreifen – ähnlich wie Camper, die in ihren Wohnmobilen auch keinen (Ab-)Wasseranschluss haben. Deren Sanitäranlagen sind alles andere als luxuriös, für einen begrenzten Zeitraum jedoch tolerabel.


Angesichts der aktuell niedrigen Zinsen erscheint der Kauf eines Freizeitgrundstücks als durchaus gute Ergänzung zur Wohnung in der Stadt. Dass das viele ähnlich sehen, zeigen die unzähligen Gesuche in Kleinanzeigenportalen: Gerade in der Nähe von Großstädten übersteigt die Nachfrage das Angebot. Um ein ansprechendes Grundstück zu finden, sollte daher genug Zeit eingeplant werden.

LG Anne!!!

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