Laute Nachbarn: Was dämmt den Schall?

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Wer keinen Schlaf mehr findet auf Grund des nachbarlichen Geräuschpegels, der leidet definitiv. Foto von cottonbro von Pexels

Ob man im Homeoffice arbeitet, Ausflüge und Verwandtenbesuche reduziert oder nur noch hinausgeht, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt: Nahezu jeder von uns verbringt momentan viel Zeit zu Hause. Doch nicht allen gefällt das. Schließlich hört man mitunter mehr von seinen Nachbarn, Familienmitgliedern oder Mitbewohnern als einem lieb ist. Werden die Geräusche allerdings als Lärm empfunden, können sie Stress verursachen, auf längere Sicht sogar krankmachen. Insofern ist es durchaus angebracht, über eine geeignete Schalldämmung nachzudenken.

Auf die Ursache kommt es an

Glücklicherweise kann man diverse Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung der Schallwellen zu reduzieren. Diese beziehen sich stets auf die Ursache bzw. Quelle für den Lärm und fallen deshalb höchst unterschiedlich aus.

Kommen die unliebsamen Geräusche von außen, zum Beispiel von der Straße oder aus der Nachbarwohnung, erzielt man Erfolge, wenn man auf schallblockende Materialien setzt. Wer in einem Einfamilienhaus wohnt und sich vor größeren Projekten nicht scheut, kann beispielsweise eine vorgehängte Fassade anbringen lassen. Wird diese zusätzlich mit Mineralwolle gedämmt, erzielt man eine optimale Wand-Schalldämmung.

Wand Schalldämmung
Laute Nachbarn? 5 Tipps für optimalen Schallschutz

5 Lösungen gegen den Lärm

Dies ist natürlich sehr aufwendig und kostspielig. Doch es gibt auch einfacher umzusetzende Mittel, wie:

  • Räume mit weichen, schallabsorbierenden Materialien ausstatten: dicke (Wand-)Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel, Paravents u.ä. schlucken Schallwellen, da sie selbst kaum schwingen. Glatte Oberflächen hingegen erhöhen das Echo!
  • Alte Fenster durch neue ersetzen (bestenfalls besondere Schallschutzfenster). Falls dies nicht möglich ist, können auch die alten Dichtungen entfernt werden, um neue anzubringen.
  • Selbst Außen- und Innentüren können das Geräuschproblem mitunter lösen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten die vorhandenen Türen (wenn sie nicht massiv sind: das findest du mittels Klopftest heraus, dabei darf die Tür nicht hohl klingen) gegen massive Türen ausgetauscht werden. Bestenfalls verwendest du auch hier spezielle Schallschutztüren.

Experten-Tipp: Bei der Anzahl der Angebote, fällt es schwer, den Überblick zu bewahren. Viele fahren deshalb gleich zum Baumarkt. Durchforstet man jedoch die Internetforen nach Erfahrungsberichten, so schneiden Hersteller von Türen besonders gut ab, die ausschließlich im Holzfachhandel vertreten sind. Letztere kann man vor Ort aufsuchen. Viele von ihnen haben aber auch ein sehr vielseitiges Online-Angebot mit Bestellmöglichkeiten – siehe Holzland.de.

  • Wand-Schalldämmung: Zu guter Letzt sei die wohl effektivste Schallschutzmaßnahme genannt: Vorsatzschalen, die an den Innenwänden angebracht werden. Der Zwischenraum wird zusätzlich mit einem Dämmstoff gefüllt. Das kann zum Beispiel Steinwolle sein, aber auch ein natürliches Material wie Schafwolle, die zusätzlich sehr gute Wärmedämmeigenschaften besitzt.
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Foto von RachelW1

Das Erstellen von Trockenbauwänden bietet den Vorteil, dass diese leicht sind und zur Aufstellung kein Mörtel benötigt wird. Hierdurch bilden sie keine feste Verbindung mit dem vorhandenen Mauerwerk und lassen sich recht einfach entkoppeln, um die Schallweitergabe zu unterbinden. Wird der Zwischenraum mit Dämmwolle gefüllt, werden Hohlräume vermieden und der Schall im Innenraum sowie die Schwingungen der Gipsplatten und Metallständer gemindert.

Quelle: heimwerker.de

Geräusche anderweitig unterbinden

Wie oben angesprochen, gibt es je nach Geräuschquelle noch viele weitere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Schalls zu mindern. Jedes „Lärmschutzprojekt“ ist individuell und erfordert ganz eigene Lösungen. Dringen die Geräusche (z.B. in Form von Bässen) durch die Decke oder den Fußboden (Nachbarn über oder unter der eigenen Wohnung) zu dir, nützt es ja nichts, die Wände gegen Schall zu dämmen oder neue Fenster einzusetzen.

Einigen Menschen reicht es bereits, sich vorm Schlafengehen Ohrstöpsel in die Gehörgänge zu stopfen. Andere nutzen ein künstlich erzeugtes Hintergrundgeräusch (Weißes Rauschen), das den Lärm ausgleicht, zum Beispiel einen Ventilator oder Entfeuchter im Zimmer oder Entspannungsmusik, die nur aus Naturgeräuschen besteht (Regentropfen usw.). Wieder andere nehmen ihren Mut zusammen und sprechen ihre Nachbarn auf den Lärmpegel an in der Hoffnung, dass diese Entgegenkommen zeigen. Am effektivsten wäre es sicherlich, wenn die Verursacher selbst eine Schalldämmung in ihrer Wohnung anbringen. -Ggf. zahlt dafür sogar der Vermieter.

LG Anne!!!

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