10 einfache Wege, um ein günstiges Grundstück zu finden

Grundstück finden Tipps: Wie komme ich an ein Grundstück?

Dank stetig steigender Mieten wird das Leben in Großstädten besonders für Familien langsam unbezahlbar. Die Lösung lautet deshalb für viele, der Stadt den Rücken zu kehren und ins Umland zu ziehen.

Ein Haus verspricht nicht nur Unabhängigkeit vom Vermieter. Die Kreditraten fallen bisweilen niedriger aus als der Mietpreis für eine familiengerechte Wohnung! Möglich machen es die niedrigen Zinsen, die derzeit auf Kredite entfallen. Ist der Kredit erst abbezahlt, fallen sogar nur noch die Nebenkosten fürs Haus an.

Grundstück finden Tipps

Grundstück finden Tipps

Weil sich in den vergangenen Monaten und Jahren viele Familien dazu entschlossen haben, an den Stadtrand oder sogar aufs Land zu ziehen, werden die Grundstücke allerdings knapp. –Insbesondere im nahen Umfeld der Städte. Das Bauland, das jetzt noch zur Verfügung steht, wird oftmals zu völlig überzogenen Preisen angeboten.

Welche Möglichkeiten bieten sich der potentiellen Bauherrenfamilie also, um doch noch günstig an ein Grundstück zu gelangen? Eines vorab: Es gibt eine Menge Alternativen zu Immobilienplattformen und Maklern. Welche das sind, verrate ich euch in meinen Grundstück finden Tipps:

Die besten Tipps & Tricks, um jetzt noch freie Baugrundstücke zu finden

1. Grundstücke per Erbbaurecht erwerben

Gängiger ist der umgangssprachliche Begriff Erbpacht>>. Hier gelangt der Bauherr nicht über den Kauf an ein Grundstück, sondern über die Zahlung eines Erbbauzinses. Er mietet das Grundstück also quasi, kann es jedoch nach eigenen Vorstellungen nutzen und bebauen. Das Erbbaurecht erlischt nach Ablauf einer vereinbarten Zeit (zumeist 99 Jahre). Erbbaurechte werden vor allem von Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben. Immer mehr Städte (u.a. Berlin) denken darüber nach, das Erbbaurecht einzuführen, statt Grundstücke zu verkaufen, um den steigenden Grundstücks- und Immobilienpreisen entgegenzuwirken.

2. Grundstücke der Kommunen erwerben

Ein Blick auf die Webseite der Gemeinde, in welcher gebaut werden soll, lohnt sich. Denn hier veröffentlichen viele Kommunen ihre eigenen Immobilienangebote, darunter auch Grundstücke. Die sind i.d.R. günstiger als jene Baugrundstücke, die von Maklern, Banken oder Privatpersonen angeboten werden. Denn Vermittlungsprovisionen entfallen und Gemeinden arbeiten weniger profitorientiert.

Wer nicht jeden städtischen Online-Auftritt einzeln aufrufen will, der werfe einfach einen Blick auf die Seite bundesimmobilien.de. Hier listet der Bund deutschlandweit alle seine Immoblienangebote. Darunter fallen auch freie Grundstücke.

3. Auf Baulücken zurückgreifen

Bevor Gemeinden neues Bauland erschließen, versuchen sie natürlich erst einmal, vorhandene Baulücken loszuwerden. Für Bauträger sind diese Grundstücke wenig attraktiv, weil sie oft größere Flächen erwerben wollen. Schließlich wollen sie große Einfamilienhäuser an den Mann bringen.

Baulücken hingegen sind oftmals schmal. Hier benötigt man spezielle Lösungen, z.B. mittels Architektenhäuser. Wer eine solche Lösung nicht scheut, der wird mit einer besseren Lage belohnt. Baulücken befinden sich nämlich meistens innerorts in gewachsenen Wohnanlagen. Im Gegensatz zu Neubaugebieten sind hier Grünanlagen, Ärzte, Kitas und Schulen usw. bereits vorhanden.


Nebenbei bemerkt: Wie wird ein Grundstück zu Bauland? 

Ich selbst wohne in einem Ort, der bis in die 90er Jahre fast ausschließlich aus Erholungsgrundstücken (auch Freizeitgrundstücke>> genannt) bestand. Nach und nach wurden jene Grundstücke verkauft und mit Wohnhäusern bebaut.

Anders als zum Beispiel Ackerland liegen Erholungs- bzw. Freizeitgrundstücke oftmals innerhalb von Ortschaften und sind bereits erschlossen. Sie dürfen unter strengen Vorgaben bebaut werden, allerdings darf man dort keinen Wohnsitz anmelden! Einige stellen auch einfach einen Bauwagen dort ab, um ihn als Gartenhaus zu nutzen.

Da sich solche Grundstücke oftmals innerhalb eines Flächennutzungsplanes befinden, kann es sein, dass bereits ein Bebauungsplan erstellt worden ist. Dieser regelt genau, was auf dem Grundstück gebaut werden darf – und was nicht. Unter Umständen kann das Grundstück als Wohngebiet ausgewiesen werden! Hier sollte man auf jeden Fall mal beim Bauordnungsamt nachfragen!

Generell gilt: Sieht die Gemeinde keinen Bedarf, neues Bauland auszuweisen, dann hat man kaum Chancen, Grünland in Bauland umzuwandeln (Fachbegriff nennt sich Umlegung).


4. Sich mit Bauträgergrundstücken zufriedengeben

Bauträger (z.B. massa, Heinz von Heiden, Bien Zenker und gefühlt 1 Mio. andere Firmen) sind nicht dumm. Sie warten nicht erst, bis ein Kunde mit einem geeigneten Grundstück zu ihnen kommt. Nein, sie kaufen selbst größere Flächen geeigneten Baugrunds, um diesen an potentielle Kunden weiterzuveräußern. Diese erwerben dann nicht nur ein Baugrundstück, sondern verpflichten sich auch noch, auf diesem ein Haus mit ebenjenem Bauträger zu errichten. Immerhin erhält der Kunde dank dieser Option ein relativ günstiges Grundstück. Wenn er noch kein bestimmtes Haus im Sinn hatte, erübrigt sich zudem die Wahl des Bauträgers.

5. Im Bekanntenkreis herumfragen

Ich weiß, solange der Kredit nicht einmal beantragt wurde und auch sonst nichts in Sack und Tüten ist, sprechen wenige gern über ihren Traum vom Haus. Das aber lohnt sich, denn nirgends sonst erhält man so viele Geheimtipps aus der Region. Dazu gehören auch Empfehlungen für Firmen, Baufinanzierer oder eben Makler.

Der Bauboom hat fast jeden ergriffen. Somit haben viele ihre ganz eigenen Erfahrungen gesammelt. Welche Schritte nützlich sind und welche nur verschwendete Zeit: bei Freunden, Nachbarn und Verwandten erfährt man’s.

6. Kleinanzeigen durchforsten

Nur die Wenigsten wissen, wie viel Geld ein Immobilieninserat auf Plattformen wie Immobilienscout oder Immonet kostet. Die Preise sind derart in die Höhe geschnellt, dass vor allem Privatleute davor zurückschrecken.

Doch nicht alle, die privat ihr Haus oder Grundstück verkaufen wollen, beauftragen einen Makler oder inserieren ihr Angebot. Sie greifen lieber auf kostenlose Portale zurück. Das bekannteste davon ist sicherlich: ebay Kleinanzeigen. Je nach Region gibt es aber auch andere Möglichkeiten – Zeitungen zum Beispiel.

Ganz im Ernst (und keine Werbung!!!), mein Traumhaus habe ich auch auf ebay Kleinanzeigen gefunden 🙂

7. Aufs Land ziehen

Wenn ich mich so umhöre, schließen die meisten einen Umzug aufs Land aus, weil sie lange Fahrtwege vermeiden wollen. Bei notorisch überfüllten Straßen am Feierabend absolut verständlich. Andere wiederum behaupten, auf dem Lande sei grundsätzlich ALLES schlecht erreichbar: Kita, Schule, Läden und Freizeitmöglichkeiten.

Da ich selbst ziemlich weit draußen wohne, kann ich bei dieser Behauptung nur den Kopf schütteln: Die Gemeinden in Brandenburg sind unheimlich gut ausgestattet. Selbst Dörfer verfügen über Kitas, Grundschulen und Discounter. Die Grundstücke sind hier trotzdem um Welten günstiger zu haben als im Speckgürtel rund um Berlin.

Klar, fürs Fitnessstudio und den Bio-Supermarkt muss man weiter fahren, aber hey, das Leben besteht aus Kompromissen…

8. Sich an einer Bauherrengemeinschaft beteiligen

Hier schließen sich gleich mehrere Bauherren zusammen, um gemeinsam einen Bau zu realisieren. Schon das Grundstück wird zusammen gekauft, der Preis dafür untereinander geteilt. Ebenfalls geteilt werden die Grunderwerbsteuer, die nicht unerheblich ist (Brandenburg: 6,5%), und die Erschließungs- sowie Vermessungskosten, sofern diese anfallen.

Da es hier um viel Geld geht und man mit seinen zukünftigen Nachbarn kooperiert, sollten sich die Bauherren natürlich sehr gut verstehen und einander vertrauen. Was bei Rechten und Pflichten einer solchen Gemeinschaft zu beachten ist, erfahrt ihr hier>>

9. Recherche auf eigene Faust

Seit einem halben Jahr wohne ich in einem Ortsteil einer kleinen Stadt und verfolge, wie sich langsam Baulücke für Baulücke schließt. Einige Grundstücke bleiben davon allerdings völlig unberührt. Ganz offensichtlich werden sie nicht von ihren Eigentümern genutzt, stehen aber trotzdem nicht zum Verkauf. Noch nicht.

Einige Leute besitzen zwar Baugrund, haben es finanziell jedoch nicht nötig zu verkaufen. Möglicherweise scheuen sie auch den Aufwand. Gerade in kleinen Ortschaften findet man die Namen und Kontaktmöglichkeiten dieser Leute schnell heraus (Nachbarn fragen – die geben immer gerne Auskunft!). Auch ein Blick ins Grundbuch kann helfen.

Natürlich gehen auch Makler nach diesem Muster vor, wenn sie anderweitig nicht an Aufträge gelangen. Aber: Die haben bei solchen Grundstücksbesitzern oft ein schlechtes Standing… Also, einfach mal probieren!

10. Grundstück aus Zwangsversteigerung

In meinen Augen eine der zwiespältigsten Optionen, um an ein Baugrundstück zu kommen. Schließlich wird hier jemand zum Verkauf gezwungen… Nun denn, Vorteile bringt eine Zwangsversteigerung auch mit sich. Welche das sind, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst>> 

Übrigens werden oftmals auch bundeseigene Immobilien per Auktion versteigert – zum Beispiel wenn Hauseigentümer verstorben sind, aber keine Erben existieren.


Freie Grundstücke finden: Welche Tipps habt ihr?

Das waren meine 10 Tipps zur Grundstücksuche. Hoffentlich helfen sie euch weiter beim Vorhaben, euren Traum vom Hausbau zu erfüllen. Ich drücke euch jedenfalls ganz fest die Daumen, denn – jaaa – auch Glück spielt eine Rolle 🙂

Wie habt ihr euer Grundstück gefunden? Wenn ihr noch ein paar eigene Tipps loswerden wollt, um Suchenden zu helfen, dann immer her damit! -In den Kommentaren nehme ich sie sehr gern entgegen.

Einen letzten Tipp kann ich mir nicht verkneifen: Freizeitgrundstücke eignen sich perfekt zum Ausspannen am Wochenende. Falls du mit deiner Wohnsituation eigentlich doch ganz zufrieden bist, tut es vielleicht auch ein Gartenhaus im Grünen?

LG Anne!!!


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