Artikel aktualisiert am 23.06.2026
Wochenendhaus kaufen
Ein eigenes Wochenendhaus steht für Freiheit, Erholung und eine kleine Auszeit vom Alltag. Ob gemütliches Gartenhaus, modernes Modulhaus, mobiles Tiny House oder komfortabler Bungalow – die Möglichkeiten sind heute vielfältiger denn je. Wer über den Kauf oder Bau eines Wochenendhauses nachdenkt, sollte jedoch nicht nur die Kosten, sondern auch Ausstattung, Nutzungsmöglichkeiten und baurechtliche Vorgaben berücksichtigen. Dieser Überblick zeigt verschiedene Hausformen und hilft dabei, die passende Lösung für die persönlichen Wünsche und das verfügbare Budget zu finden.
Ein Minihaus bauen
Ein sog. Minihaus (auch Tiny House oder Modulhaus genannt) lässt sich dank frei zugänglicher Baupläne der Architekten auch selber bauen. Eines nennt sich „Unreal Estate House“ und wurde vom Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel entworfen. Den Bauplan für das winzige Haus auf einem Autoanhänger gibt’s hier>> Das Bauen kostet neben handwerklichem Geschick allerdings auch Geld. 5000€ hat Le-Mentzel für seinen Prototypen (7 qm) ausgegeben.
Minihäuser, die auf einem Wochenendgrundstück stehen, verfügen i.d.R. nicht über eine klassische Toilette, sondern über eine externe Komposttoilette. Auch was die Anschlüsse wie Wasser/Abwasser und Strom anbelangt, sieht es mau aus. Die Besitzer sind eben Selbstversorger – das kommt immerhin der Umwelt zugute – Stichwort: Nachhaltig Bauen!

Da die „Tiny Houses“ momentan im Trend liegen, gibt es gerade auf US-amerikanischen Blogs viele Baupläne, die allerdings nicht immer kostenlos zur Verfügung stehen. Empfehlenswert für ambitionierte DIYler! Fertige Minihäuser werden mittlerweile von immer mehr Herstellern angeboten, selbst Bauwagen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, auch wenn man für diese Minihäuser auf Rädern i.d.R. eine Baugenehmigung braucht.
Ein Haus im Baukastenprinzip
Eigentlich sind sie keine Alternative zum Gartenhaus, sondern waschechte Einfamilienhäuser. Trotzdem möchte ich sie an dieser Stelle erwähnen, denn man kann sie selber bauen: Ytong Bausatzhäuser! Hier können Häuser (angeblich) einfach wie beim Legospielzeug Stein auf Stein vom Laien selbst hochgezogen werden – mit Hilfe von Ytong Porenbeton. Den Bauplan erwirbt man selbstverständlich gleich mit. Dank Einsatz der „Muskelhypothek“ spart man laut Hersteller bis zu 60.000€ gegenüber einem Haus, das von entsprechenden Handwerkern gebaut wird. Trotzdem nichts für Menschen mit zwei linken Händen…
Blockbohlenhäuser & Gartenhäuser aus dem Baumarkt
Ja, ich liste sie auf, obwohl sie nicht meinen Vorgaben entsprechen (also keinerlei Anschlüsse, weder Badezimmer noch Küche). Warum? -Weil sie für den Wochenendgärtner mit niedrigen Ansprüchen durchaus mehr sein können als nur Geräteschuppen: ein Schlafgemach zum Beispiel. Man muss lediglich kreativ sein und selbst Hand anlegen… Neudeutsch nennen sie sich übrigens Lady Shed oder Man Cave.
Darüber hinaus sind die sogenannten Blockbohlenhäuser recht günstig. Nicht einmal 2000€ muss man für ein 9 qm „großes“ Haus hinblättern. Natürlich ist es unmöbliert. Erweiterbar wäre es z.B. um eine Terrasse. Gartenhäuser aus dem Baumarkt werden zumeist im Komplettbausatz geliefert und benötigen ggf. noch ein Fundament oder ein Dach (je nach Hersteller).
Einfache Holzhäuser und Holzständerhäuser
Wer etwas mehr Komfort als in einem klassischen Blockbohlenhaus sucht, sollte einen Blick auf einfache Holzhäuser bzw. Holzständerhäuser werfen. Anders als Blockbohlenhäuser bestehen sie nicht aus übereinandergestapelten Bohlen, sondern aus einer tragenden Holzkonstruktion, die mit Dämmung und Verkleidung versehen wird. Dadurch lassen sich auch bei kleiner Grundfläche ganzjährig nutzbare Häuser realisieren.
Besonders interessant für Besitzer eines Wochenendgrundstücks: Einige Hersteller bieten kleine Holzhäuser als Bausatz oder Ausbauhaus an. Mit Eigenleistung lassen sich die Kosten deutlich reduzieren. Zwar liegen die Preise über denen eines einfachen Gartenhauses, dafür erhält man jedoch deutlich bessere Dämmwerte, mehr Wohnkomfort und oft die Möglichkeit, Küche und Bad zu integrieren.
Für Menschen, die ein günstiges Wochenendhaus suchen und bereit sind, selbst Hand anzulegen, können einfache Holzständerhäuser deshalb ein guter Kompromiss zwischen Blockbohlenhaus, Tiny House und klassischem Fertighaus sein.
Trailerhaus/Wohn-Trailer

Wir kennen sie aus den USA – als Häuser für die Unterschicht. Hierzulande sind sie unter dem Namen „Mobilheime“ bekannt und dienen als Häuser für Dauercamper. Je nach Größe und Alter (wenn man sie gebraucht erwirbt) variieren die Preise für einen Trailer stark. Schlüsselfertig sind sie ab 25.000€ zu haben.
Man kann für die „Chalet“ genannten Luxusvarianten jedoch auch bis zu 150.000€ ausgeben. Letztere sehen schon gar nicht mehr wie Trailer aus, sondern wie richtige kleine Häuser.
Vorteil: Anschlüsse für Strom und (Ab-)wasser sind vorhanden, zumeist befinden sich die Sanitäranlagen und eine Küchenzeile bereits im Mobilheim.
Nachteilig gestaltet sich der Transport, für den einige Verkäufer noch einmal saftige Zusatzkosten draufschlagen. Denn einfach selber abholen geht bei Mobilheimen definitiv nicht. Trotzdem: so lässt sich’s auf dem Campingplatz leben…
Modulhäuser

Wie der Name bereits andeutet, setzen sich Modulhäuser aus mehreren Modulen zusammen. Dadurch sind sie je nach Bedarf (kurzfristig) erweiterbar. Die Module werden vom Hersteller fertig geliefert und sind ruckzuck aufgebaut. Oft brauchst du nicht einmal eine Bodenplatte, da auf Schraubfundamente zurückgegriffen wird! Zumeist legen die Anbieter der Modulhäuser Wert auf Nachhaltigkeit und verwenden schadstoffarme Materialien. Trotzdem scheitern Bauvorhaben mit Modulhäusern häufig an der Baugenehmigung.
Es gibt die unterschiedlichsten Hersteller von Modulhäusern. Meine Favoriten habe ich in diesem Artikel aufgelistet und beschrieben. Es werden jedoch von Jahr zu Jahr mehr, so dass sich der Besuch einer Fachmesse mit Sicherheit lohnt. Schließlich kannst du dort mit den Firmenvertretern persönlich sprechen und so Infos aus erster Hand einholen.
Modulhäuser sind nicht immer günstiger als klassische Einfamilien- oder Reihenhäuser. Die Preise variieren stark und hängen sowohl vom Hersteller als auch von der Ausstattung und Energieeffizienz ab.
Singlehäuser und kleine Bungalows
Sie mögen kein architektonisches Highlight sein, aber ihre eingeschossige Bauweise ermöglicht einen akzeptablen Preis. Für 150.000€ sind Bungalows in Fertigbauweise in Deutschland schon zu haben – die kleinsten Varianten natürlich, die kaum mehr als 80qm Grundfläche aufweisen. Auch Singlehäuser bewegen sich in dieser Preisklasse, obwohl sie auch zweigeschossig sein können.
Für Singles, Paare oder Kleinstfamilien sind sie dennoch eine günstige Alternative – und als Ferienhaus, das man auch vermieten kann, ein echter Luxus. Denn mit einem Bungalow erwirbt man ein „richtiges“ Haus, d.h. man spart sich die Komposttoilette und muss auch nicht mit dem Holzofen heizen.

